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Wintersemester 2016/2017

RV 2016/17 Afrika: Klimawandel in Afrika. Gesellschaftliche und politische Folgen, Konflikte und Strategien

In der 9. öffentlichen Ringvorlesung des Förderbereichs Afrika beschäftigen sich Referent_innen verschiedener Fachrichtungen mit zentralen Fragen von Klimapolitik aus Afrika bezogener Perspektive. Als inhärent politisches Phänomen hat Klimawandel soziale, ökonomische und politische Wirkungen, die zwischen und innerhalb von Gesellschaften unterschiedlich ausfallen und enormes Konfliktpotential, aber auch bedeutende Chancen für sozialen Wandel bergen. 

 

Jeden Donnerstag um 16 Uhr c.t., beginnend mit dem 27. Oktober 2016, führen Referent_innen aus Forschung und politischer Praxis in acht öffentlichen Vorlesungen in zentrale Aspekte des Themas ein. Im zweiten Block werden die Vorträge textbasiert nachbereitet und thematisch vertieft. Dieser Teil richtet sich an Studierende, die damit in der Veranstaltung Teilnahme- und Leistungsnachweise erwerben können.  

 

Die Vorlesungen finden statt im Hörsaal A des Otto-Suhr-Instituts in der Ihnestr. 21 in Berlin-Dahlem. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Die Ringvorlesung wird veranstaltet vom OSI-Club, dem Alumni- und Förderverein am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität, in Kooperation mit der BMBF-Nachwuchsgruppe GLOCON - Global Change and Local Conflicts. Sie wird unterstützt vom Center for International Cooperation der FU Berlin.

 

Das ausführliche Programm finden Sie hier



27.10.2016: Dr. Kristina Dietz "Der Klimawandel als Demokratiefrage. Internationale Klimapolitik aus der Süd-Nord Perspektive"

In politischen Debatten und wissenschaflichen Analysen gilt der Klimawandel als die globale Menschheitsherausforderung im 21. Jahrhundert. Doch wie global ist der Klimawande leigentlich? Sitzen wir beim Klimawandel alle in einem Boot? Wie verteilen sich Verantwortung, Folgen und politische Entscheidungsmacht zwischen Süden und Norden und zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen in Afrika? Diesen Fragen widmet sich Kristina Dietz ausgehend von gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen des Klimawandels in Ostafrika. 

Kristina Dietz eröffnet am 27. Oktober 2016 die Ringvorlesung zu Klimawandel in Afrika. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lateinamerika-Institut der FU Berlin und leitet seit 2014 gemeinsam mit Bettina Engels die Nachwuchsgruppe GLOCON: „Globaler Wandel – lokale Konflikte? Landkonflikte in Lateinamerika und Subsahara- Afrika“.



03.11.2016 Dr. Lars Otto Naess "The political turn in adaptation studies: Why is it needed and what are the implications?"

Lars Otto Naess will examine what has been called the political turn in studies of adaptation to climate change. An increasing number of studies are emphasising the need to put power and politics at the heart of work on adaptation to climate change, rooted in a concern that mainstream adaptation approaches fail to tackle structural causes for vulnerability to climate change. Drawing on recent scholarly discussions and his own work in East and Southern Africa, Lars Otto Naess will discuss the need for a rethink of the adaptation concept, as well as what this means for how we better engage with adaptation policy and practice.

He is a social scientist with more than 15 years experience with climate change, development and agriculture. His research interests centre on social and institutional dimensions of adaptation to climate change, policy processes on climate change and agriculture at national and sub-national levels, the role of local knowledge for adaptation to climate change, and adaptation planning in the context of international development.



10.11.2016 Dr. Dennis Eucker und Nora Boehm "Auf- und Ausbau von Klimainformationssystemen für die Landwirtschaft: Welchen Beitrag leisten Forschungseinrichtungen in Afrika?"

Die Entwicklung der Landwirtschaft in Afrika muss sich daran messen lassen, ob sie langfristig mit dem anhaltenden Bevölkerungsanstieg auf dem Kontinent Schritt halten wird. Wetterextreme und die Folgen des Klimawandels stellen bereits heute in einigen Ländern eine Reihe an zentralen Herausforderungen für Landwirte aber auch für sektorale Strategien und Ansätze dar. Dennis Eucker und Nora Boehm behandeln an Hand des Beispiels von Klimainformationssystemen die Frage, welchen Beitrag ausgewählte afrikanische Forschungseinrichtungen und Universitäten zur Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaft aktuell leisten.

Dennis Eucker ist Senior Projektmanager bei adelphi und auf die Analyse und Entwicklung von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und des Katastrophenrisikomanagements spezialisiert. Nora Boehm arbeitet in den Themenbereichen Vulnerabilität und Anpassung an den Klimawandel bei adelphi.



17.11.2016 Dr. Melanie Müller "Coal Kills - Kill Coal". Konflikte um Kohlebergbau in Südafrika"

Südafrika deckt 90 Prozent seines Stroms durch Kohle ab und gehört zu den größten Kohleexporteuren der Welt. Doch ist die Ausweitung des Kohlebergbaus in Südafrika aufgrund des voranschreitenden Klimawandels und anderer Umweltfolgen stark umstritten. Melanie Müller stellt die zentralen Konfliktlinien zwischen betroffenen Gemeinden, Umwelt- und Klimaschutzorganisationen, Wirtschaft und Staat dar und diskutiert Vorschläge für eine alternative Energieversorgung.

Sie hat an der FU Berlin zu Auswirkungen internationaler Konferenzen auf soziale Bewegungen am Beispiel der 17. Klimakonferenz in Südafrika promoviert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im GLOCON-Projekt „Konflikte um den industriellen Bergbau in Subsahara- Afrika“.



24.11.2016 Dr. Benjamin Pohl "Globaler Umweltwandel und staatliche Fragilität in Afrika"

Benjamin Pohl wird die Auswirkungen von Klimawandel auf staatliche Fragilität und Konflikte in Afrika diskutieren. Dabei soll es zum einen um die dabei wirkenden Kausalmechanismen, zum anderen auch um mögliche Ansätze bei der Stärkung von Resilienz gehen. Die Vorlesung baut auf dem Bericht „A New Climate for Peace“ auf und stellt das ECC-Factbook vor, ein Instrument, das Umweltkonflikte rund um die Welt mit Blick auf ihre Konflikthistorie und mögliche Lösungsansätze analysiert.

Benjamin Pohl arbeitet als Senior Projektmanager zu globalem Umweltwandel und dessen Bedeutung für Außen-, Sicherheits-, und Entwicklungspolitik bei adelphi. Er ist Themenverantwortlicher für die Bereiche Außenpolitik und Diplomatie sowie Wasserkooperationen.



01.12.2016 Dr. Papa Sow "Fisheries depletion, climate variability and migrations in West Africa: case studies from Benin Republic and Senegal"

Migration – internal and international – is an important feature of the social lives of people across West Africa. While movements within the subregion are generally due to complex and multi-causal factors, natural resource scarcity has served to influence movements especially in rural areas. Drawing from his research in rural north-western Benin and Senegal, Dr. Papa Sow discusses the effect of migration on the in-land fisheries subsector in an attempt to bring together the conceptual rigors of Human and Natural geography and socio-anthropology with insights from Climate Change and Natural Resources Management.

 

Papa Sow is a Senior Researcher at the Centre for Development Research (ZEF), University of Bonn, Germany. His research focuses on population dynamics issues with special links to African migrations and climate variability/uncertainties.



08.12.2016 Dr. Sybille Bauriedl "Bioökonomie in Tansania: Soziale und globale Folgen einer Grünen Revolution 3.0"

Internationale Klimaschutzpolitik zielt nicht nur auf den Klimawandel. Die langfristige Substitution aller fossilen Rohstoffe durch Biomasseanbau zielt gleichzeitig auf Ernährungssicherung

und Wohlstand in Afrika.

Die notwendige landwirtschaftliche Produktivitätssteigerung soll durch sogenannte Bioökonomie erreicht werden. Sybille Bauriedl zeigt, wie in Tansania – einer Modellregion dieser Strategie – die Arbeits-, Familien- und Geschlechterstrukturen massiv verändert und globale Ungleichheit befördert werden.

Sybille Bauriedl setzt sich seit den 1990er Jahren mit Leitbildern europäischer Metropolen im Kontext ökonomischer Globalisierung und globaler Umweltveränderungen auseinander. Gegenwärtig forscht sie zu internationaler Klimapolitik am Institut für Geographie der Universität Bonn.



15.12.2016 Prof. Patrick Bond "Climate change and African resistance to ’extractivism‘ in the commodity crash era"

The End of „Africa Rising“ hype – as a result of the collapse of commodity prices from 2011-15 – provides an opportunity to rethink the „extractivist“ economic development agenda, and to make a renewed case for wiser resource utilisation. This new conjuncture also provides better opportunities to link climate change critiques with existing environmental, economic, social and gender justice campaigns. If „This Changes Everything“ (as Naomi Klein puts it), Africans can again be at the 21st century‘s cutting edge of campaigning against the world‘s two most durable problems – climate change and international economic volatility – and indeed emerging protest data suggests this is indeed the case.

Patrick Bond is professor of political economy at the Wits School of Governance and from 2004-16, directed the University of KwaZulu-Natal Centre for Civil Society. His PhD studies were at Johns Hopkins University (1985-93) under the supervision of David Harvey. He has lived in Southern Africa since 1989, and was editor or author of more than a dozen policy papers in the Mandela government.


Letzte Aktualisierung 13.10.2016 von stoewe_admin
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