Wiederöffnung 1949

15. Januar 1949: Die Deutsche Hochschule für Politik wird wiedereröffnet

Am 15. Januar 1949 wurde die Deutsche Hochschule für Politik (DHfP) mit einem Festakt in der Cäcilienschule wiedereröffnet. Ursprünglich als Staatsbürgerschule begründet, entwickelte sich die DHfP ab 1920 zu einer führenden Ausbildungsstätte für politische und publizistische Führungskräfte der Weimarer Demokratie.

Die in Schinkels Bauakademie untergebrachte DHfP wurde in der Nazizeit zunächst gleichgeschaltet und später als auslandswissenschaftliche Fakultät der Berliner Universität eingegliedert. Doch anders als an der Uni Unter den Linden verweigern sich viele Angehörige der DHfP dem Regime.

Am 18. März 1948, dem 100. Jahrestag der bürgerlichen Revolution in Berlin, beschließen die Stadtverordneten gegen die Stimmen der SED die Wiedererrichtung der Deutschen Hochschule für Politik. Otto Suhr (der Mann mit Fliege und Fluppe im OSI-Club-Logo) wird ihr erster Direktor. Er war schon Dozent in der Weimarer Zeit und hatte seit 1947 die Wiedereröffnung betrieben.

Durch die Blockade verzögert sich die Aufnahme des Lehrbetriebs, und so wird zunächst am 4.12. 1948 im Titania-Palast die Freie Universität festlich ins Leben gerufen. Am 15. Januar 1949 folgt dann der Festakt für die DHfP. Neben Suhr spricht Theodor Heuss, der ebenfalls schon an der alten Hochschule gelehrt hatte.

Der Lehrplan für das Sommersemester verzeichnet Veranstaltungen von Suhr, Friedensburg, Dovifat, von Eynern, Tillich, von Trotha, Reif und vielen anderen.

Zunächst ist die neue DHfP eine Art Wanderzirkus ohne eigene Räume. Später zieht sie in die Badensche Straße, wo heute die Fachhochschule für Wirtschaft ihr Domizil hat. 1959 wird die DHfP nach einer längeren Phase immer intensiverer Kooperation in die FU eingegliedert und schließlich mit dem Institut für politische Wissenschaft der FU zum Otto-Suhr-Institut verschmolzen.


Letzte Aktualisierung 13.10.2015 von pkoch_admin

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