Dominik Meier, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Politikberatung (degepol), setzte die Ringvorlesungsreihe am 17. Mai fort. In seinem Vortrag widmete er sich dem Spannungsverhältnis von „Transparenz und Diskretion“ in der Politikberatung.
Dabei stellte er zunächst die Frage „Was ist Politikberatung?“ in den Mittelpunkt. Laut Meier lassen sich grundsätzlich zwei Varianten von Politikberatung unterscheiden: Die Beratung politischer Entscheidungsträger, also etwa Parteien, Politikern oder Ministerien, sowie die Beratung von Entscheidungsträgern, Organisationen und Unternehmen, die im politischen Raum agieren. Politikberatung übernehme damit eine Vermittlungsfunktion zwischen Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Als Tätigkeitsfelder eines Politikberaters identifizierte Meier anschließend die Kampagnenberatung („political consulting“), die Politikfeldberatung („policy advise“) und Public Affairs und ging auf unterschiedliche Instrumente der Politikberatung (monitoring, issue management, Netzwerkpflege…) ein.
Im zweiten Teil seines Vortrages stellte Meier die de'ge'pol vor, die 2002 in Berlin gegründet wurde und ein Zusammenschluss von Politikberaterinnen und Politikberater in Deutschland ist. Mit ihrem Beitritt erkennen die Mitglieder der degepol den einen Verhaltenskodex als verbindlich an, Verstöße gegen diese Richtlinien werden geahndet und können bis zum Ausschluss aus der degepol führen. Ziel der degepol sei es, dadurch eine verstärkte Professionalisierung und ein neues Selbstverständnis von Politikberatung in Deutschland zu erreichen. Meier zufolge sei die Transparenz von Lobbyismus eines der zentralen Themen in der Entwicklung eines professionalisierten und sich selbstregulierenden Berufsfeldes: „Interessenvertretung muss transparent gestaltet werden, so dass jeder zu jedem Zeitpunkt weiß, mit wessen Interessen er es zu tun hat“. Abschließend verwies Meier auf die gemeinsame Initiative mit Transparency International sowie den Kriterienkatalog der degepol zum Qualitätsmanagement.