Prof. Dr. Josef Klein

Abstract des Vortrages

Es wird ein Panorama der Vielfalt politisch-historischer Kulturen entfaltet, wie sie sich in Wahlkämpfen manifestiert. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Medien – von der physischen Materialität von Propagandatexten bis zur Pseudo-Privatkommunikation mit Kandidaten per Internet - eine besonders wichtige Rolle. Wer glaubt, der moderne „amerikanisierte“ Wahlkampf – Gipfelpunkt: die Obama-Kampagne - sei etwas völlig Neues, wird durch diesen Vortrag ebenso irritiert werden, wie diejenigen, die meinen, in Sachen Wahlkampf gebe es seit den Republiken der Antike im Grunde „nichts wirklich Neues unter der Sonne“.


Zusammenfassung des Vortrages

„Wer glaubt, der moderne „amerikanisierte“ Wahlkampf – Gipfelpunkt: die Obama-Kampagne – sei etwas völlig Neues, wird durch diesen Vortrag ebenso irritiert werden, wie diejenigen, die meinen, in Sachen Wahlkampf gebe es seit den Republiken der Antike im Grunde „nichts wirklich Neues unter der Sonne“ – mit dieser spannenden These eröffnete Prof. Dr. Josef Klein seinen Vortrag zur Geschichte des Wahlkampfes.

In Form eines „Parforcerittes“ beschrieb Klein die Geschichte des Wahlkampfs von der Antike bis heute und setze Folien, Zitate und viele Praxisbeispiele zur Veranschaulichung ein. Dabei zeigten sich einige Gemeinsamkeiten zwischen den Strategien von Cicero und Obama, aber auch einige Unterschiede, deren Gründe laut Klein vor allem in der technischen Entwicklung liegen.

Während bei den ursprünglichen Wahlkämpfen in der Römischen Republik die direkte Ansprache von Kandidaten sowie die Mund-zu-Mund-Propaganda entscheidend waren und die Strategien der Kandidaten prägten, stand ab dem 18. Jahrhundert mit dem Beginn des Parlamentarismus der Wahlkampf mit zunächst Telegraph, später Radio, dann Zeitung und Plakat im Vordergrund. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte sich dann das Fernsehen als entscheidendes Wahlkampfmedium durch, um seit Ende der 90er Jahren durch das Medium Internet zunehmend überholt zu werden.

Dies wiederum illustrierte Klein, selbst ein „Duzfreund des amtierenden amerikanischen Präsidenten“, am Beispiel des Onlinewahlkampfes von Barack Obama, den er im Internet aktiv mit verfolgt habe. Obama habe mit dieser Art von Wahlkampfkommunikation das „goldene Tor der Zukunft“ geöffnet. Denn das Internet biete noch mehr als vorherige technische Mittel den Vorteil, Ort- und Zeitgrenzen hinter sich zu lassen und vor allem eine scheinbare, direkte Nähe zum Wähler aufzubauen, in dem sich dieser interaktiv in das Geschehen einklicken kann.

Parallel machte Klein aber auch auf einige Konstanten in der Geschichte des Wahlkampfes aufmerksam, wie etwa auf die traditionelle Personenbezogenheit von Wahlkämpfen, auf die Bedeutung von „Wort- und Namensflüsterern“ oder die Frage nach der Finanzierung.

Letzte Aktualisierung 25.03.2009 von aknaut
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