Prof. Dr. Barbara Witte

Abstract des Vortrages

Barack Obama gilt als Web 2.0-Präsident. Twitter, facebook, YouTube: im US-Amerikanischen Wahlkampf wurde das sogenannte Web 2.0, das Mitmach-Web intensiv genutzt. Dagegen wirkten die deutschen Parteiseiten vor einem Jahr noch sehr traditionell. Inzwischen hat sich das an einigen Punkten geändert. Die deutsche Politik – so scheint es – ist im Web 2.0 angekommen, eigene Präsenzen bei YouTube und twitternde Abgeordnete inklusive. Ist das ein Schritt in Richtung Partizipation?
Barbara Witte wird sich in ihrem Vortrag mit dem deutschen Wahlkampf im Web 2.0 auseinandersetzen.


Zusammenfassung des Vortrages

Ist die deutsche Politik überhaupt schon im Web 2.0 angekommen? Und wenn ja: Sind eigene Präsenzen bei YouTube und twitternde Abgeordnete ein Schritt in Richtung mehr Partizipation? Diese Fragen stellte Barbara Witte, Professorin für Rundfunkjournalismus und Onlinekommunikation, in der vierten Veranstaltung der Ringvorlesung „apropos Wahlkampf“.

Dabei definierte Witte zunächst, was Web 2.0 überhaupt ist: Die Idee, dass Nutzer mit Hilfe einfacher Technologien eigene Inhalte ins Netz stellen können. Wahlkampf 2.0 würde demnach einen Wahlkampf „bottom up“ bedeuten, bei dem die Wähler sich aktiv in den Wahlkampf einbringen können.
Dazu müssten Parteien jedoch Tools ins Netz stellen, die auch zur Partizipation anregen. Prof. Dr. Witte präsentierte in diesem Rahmen Ergebnisse einer Studie, die aufzeigten, wie und in welcher Häufigkeit die Parteien das Internet nutzen. Dabei stellte sich heraus, dass Parteien soziale Netzwerke wie studiVZ, Facebook und YouTube zwar nutzen, auch sei die Multimedialität derer Websites gestiegen, allerdings sei die Art der Nutzung eher eine Traditionelle. Parteien würden die sozialen Netzwerke eher dazu nutzen, um auf sich selbst aufmerksam zu machen, weniger um mit den Wählern direkt in den Kontakt zu treten.

Um Gründe für diese Diskrepanz zu benennen, stellte Prof. Dr. Witte eine von ihr in Bremen durchgeführte Umfrage vor. Bei dieser stellte sich heraus, dass die befragten Parteienvertreter über erhebliche Wissenslücken in Sachen Web 2.0 verfügten und dessen Bedeutung oft falsch einschätzten.

Daher kam Prof. Dr. Witte zu dem Schluss, dass es im deutschen Web zwar eine Veränderung gegeben habe, aber diese lediglich hin zu einem Mehr an Design, anstatt zu einem Mehr an Demokratie geführt habe. Damit es in Deutschland einen Wahlkampf 2.0 gebe, müsse man das Potenzial des Web 2.0 besser erkennen und zudem authentischer gestalten. Bis dahin könne man den Wahlkampf in Deutschland nur als „Wahlkampf 1.1“ bezeichnen.


NEU: Live-Stream und Twitter-Dialog

Bei dem Vortrag von Barbara Witte können Interessierte erstmals aktiv an der Ringvorlesung teilnehmen und damit die Partizipationsmöglichkeiten des Webs 2.0 veranschaulichen. Die Veranstaltung wird live ins Netz übertragen (gestreamt), über den eigenen Twitter-Kanal können Interessierte mit diskutieren.

Hier gibt es die Anleitungen zum interaktiven Austausch:

Live-Stream

Geht am kommenden Montag, 18.05., um 18 Uhr auf http://www.mogulus.com/osiclub, registriert euch und schon könnt ihr den Vortrag von Barbara Witte live im Netz verfolgen.


Twitter-Kanal
Followed den OSI-Club unter http://twitter.com/osiclub

Für alle bisher Twitter-Unerfahrenen: Twitter ist ein Mikro-Blogging-Dienst im Internet. Wer sich anmeldet, kann eine 140 Zeichen lange Textnachricht senden und die anderer Benutzer empfangen. Eine kleine Einführung gibt es hier .

Unterstützung beim Live-Stream und Twitter-Dialog erhält der OSI-Club von der Online-Agentur compuccino, die zurzeit die Plattform wahl.de betreibt.

Letzte Aktualisierung 25.03.2009 von aknaut
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