Bevor 1954 mit der professionellen Fernsehzuschaerforschung begonnen wurde, gab es im Hörfunk schon seit längerem Tendenzen, die Zuhörerreaktion auf das Programm zu ergründen. Dies geschah beispielsweise durch die Analyse spontaner Hörerpost und der Reaktion auf gezielte Aufrufe in Sendungen. Inge Mohr erläuterte in ihrem Vortrag "Wie die GfK das Fernsehen bestimmt" die heutigen Möglichkeiten das Fernsehverhalten der Bevölkerung zu erforschen un die Probleme, mit denen die Medienforschung behaftet ist.
Der Auftraggeber für Fernsehforschung ist heute die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF), welche nahezu alle deutschen Sender in einem "Familienmodell" vereint. In deren Organsations- und Entscheidungsstruktur ist die Werbewirtschaft einbezogen. Die Gesellschaft für Kosumforschung (GfK), das viertgrößte Marktforschungsunternehmen der Welt, betreibt für diese Vereinigung ein Panel, welches die Fernsehnutzung von ca. 5600 Personen erfasst. Die Bezugsgröße für Fernsehforschung bildet nicht wie früher die Einschaltquote, sondern der Marktanteil eines Formats, da sich erstere auf die Mediennutzung in einem Haushalt bezieht, heute jedoch häufig mehrere Fernseher pro Haushalt vorhanden sind. Als Vorteile der Datenerhebung nennt die Leiterin der Medienforschung beim rbb die technische Messung des Fernsehverhaltens und die tägliche Reichweite der Daten. Allerdings merkt sie kritisch an, dass die Fernsehnutzung über den PC oder die Außerhausnutzung (Hotels, Büro, public viewing) unberücksichtigt blieben.
Von Bedeutung sind die Messungen der GfK als interne Erfolgskontrolle der Sender, als Grundlage für langfristige und strategische Programmplanung, für die Festlegung der Werbepreise und für die Eigenwerbung.
Gleichwohl warnt Inge Mohr davor, die Quoten als "Fetisch" zu verstehen. Man sollte sie ernst nehmen, aber ihre Aussagekraft nicht überschätzen.