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2007 Abschlussarbeit

„Übergewicht als Politikum? Normative Überlegungen zur Ernährungspolitik Renate Künasts“

Henriette Litta und Felissa Mühlich
Felissa Mühlich hat den alle zwei Jahre vom OSI-Club ausgelobten LorBär für eine herausragende Diplomarbeit erhalten.

Ist Übergewicht ein Politikum? Die frühere Bundesministerin Renate Künast hat wesentlich zur Politisierung von Ernährung und Übergewicht beigetragen. Staatliches Handeln gegen schlechte Ernährung wurde zu ihrem Mantra. Ist Renate Künast damit zu weit gegangen? Hat sie nicht eine reine Privatangelegenheit, unsere Essgewohnheiten, ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt und stigmatisiert? Was steht eigentlich für uns als Bürger einer liberalen Gesellschaft auf dem Spiel wenn in unsere Privatsphäre derart eingegriffen wird?

Diese Fragen beschäftigen Felissa Mühlich. Mit Hilfe der politischen Philosophie beleuchtet sie anhand dieses konkreten Problems eine der wichtigsten Kernfragen unserer Gesellschaft: Was ist privat und was ist öffentlich? Die Autorin entwickelt Kriterien, ob und wann Übergewicht ein Politikum sein sollte. Diese Kriterien fußen auf 3 Thesen. Erstens, hängt es von der Verwendung des Begriffs Privatheit ab, ob ein Eingriff in die Privatsphäre vorliegt und ob er problematisch ist. Zweitens, kommt es auf die Art und den Charakter der Eingriffe an. Drittens ist entscheidend, wie die Eingriffe in die Privatsphäre gerechtfertigt sind. Diese Thesen untermauert und füllt Felissa Mühlich mit einer Diskussion liberaler und kommunitaristischer Freiheitstheorien.


Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Ernährung bei weitem nicht privat ist und sein soll, aber auch nicht gänzlich in die Öffentlichkeit gehört. Die entwickelten Kriterien geben äußerst hilfreiche Anhaltspunkte, wann und unter welchen Bedingungen Essgewohnheiten ein Politikum sein sollten.


Die Arbeit wurde von Prof. Bernd Ladwig, Juniorprofessor für moderne politische Theorie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität, betreut.

Felissa Mühlich hat für ihren Abschluss fast 10 Jahre gebraucht. Sie hat zwischendurch ein Kind bekommen und ist zeitweilig ins Ausland gegangen. Die typischen OSI-Themen - Menschenrechte, Krieg und Frieden, Platon und Habermas – hat sie versucht zu vermeiden.

Der LorBär wird in Form eines bunten Bärchens - verbunden mit einem 1.000 € - Scheck - übergeben.

Die Jury für den LorBär 2007 bestand aus Dipl.-Pol. Henriette Litta, Dipl.-Pol. Oliver Mietzsch und Prof. Ulrich K. Preuß. Litta ist selbst LorBär-Preisträgerin des Jahres 2005.


LorBär für die beste Abschlussarbeit am OSI

Ausschreibung LorBär
Der OSI-Club würdigt alle zwei Jahre eine herausragende Abschlussarbeit des Otto-Suhr-Institutes und honoriert diese mit einem Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro. Dieser Preis soll gleichermaßen die Motivation im Studium unterstützen und eine Auszeichnung hervorragender Leistung darstellen. Das Preisgeld beträgt 1.000 EUR. Nominierungsvorschläge können von allen Dozenten des Otto-Suhr-Instituts eingereicht werden. Jedoch muss die Arbeit mit mindestens 1,3 bewertet worden sein. Abgabefrist für Nominierungen ist der 11. Mai 2007. Der LorBär wird im Rahmen der Sommer-Diplomfeier im Juli 2007 überreicht.

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Letzte Aktualisierung 20.05.2008 von hgothe
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