Ringvorlesung 2013

Überblick über Referenten und Themen



Folgende Vorträge haben stattgefunden:



22. April 2013: Prof. Dr. phil. Bernd Sösemann

B. Sösemann

Leiter der Arbeitsstelle für Kommunikations-geschichte und interkulturelle Publizistik (AKiP) der FU Berlin. Professor Dr. Sösemann studierte Geschichte und Deutsche Philologie in Göttingen und promovierte zum Thema "Liberal-demokratische Publizisten in der Auflösungskrise der Weimarer Republik, 1930-1933". 1985 nahm er die Berufung auf den Lehrstuhl für Geschichte der öffentlichen Kommunikation an der FU an. Bernd Sösemann ist Herausgeber zahlreicher Publikationen u. a. von einer zweibändigen Dokumentation zur NS-Propaganda. Am 22. April eröffnet Prof. Sösemann die Veranstaltungsreihe mit dem Vortrag zur Propagandakommuni-kation in der NS-Volksgemeinschaft. Darin spricht er über zweifellos erkennbare Erfolge der NS-Medienpolitik, die jedoch zumeist überschätzt werden. Mit dieser Überhöhung wird der Auffassung Vorschub geleistet, das NS-Regime habe das deutsche Volk geschickt „gleichgeschaltet“. Die sich hieraus ergebenen Fragen analysiert Prof. Sösemann quellenkritisch.

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29. April 2013: Prof. Dr. Hermann Haarmann

H. Haarmann

"'Wer schreibt handelt!' Deutsche Presse im Exil" lautet der Titel des Vortrages den Prof. Dr. Hermann Haarmann am 29. April hält. Haarmann ist Direktor des Instituts für Kommunikationsgeschichte und angewandte Kulturwissenschaften am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin, mit Schwerpunkt Exil und Exilpublizistik 1933 - 1945. Er studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Publizistik in Münster und Berlin, wo er 1974 promovierte. Im Jahr 1983 wirkte Haarmann an der Gedenkausstellung der Akademie der Künste (Berlin) zum 50. Jahrestag der Bücherverbrennung 1933 mit. 2000 gründete er die Schriftenreihe „akte exil“. Von 2009 bis 2012 war er erster Vorsitzender der Friedrich-Wolf-Gesellschaft. Darüber hinaus hat er Arbeiten über deutsche Emigranten u. a. zu Alfred Kerr und Lion Feuchtwanger publiziert. Haarmann will in seinem Vortrag mit den wichtigsten Exilgründungen bekannt machen und zugleich an das Unrecht der damaligen Zeit erinnern.

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6. Mai 2013: Prof. Dr. Johannes Tuchel

J. Tuchel

Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und apl. Professor für Politikwissenschaft am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften der Freien Universität Berlin. Professor Dr. Johannes Tuchel studierte Politikwissenschaft in Hamburg und Berlin und promovierte zum Thema "Konzentrationslager. Organisa-tionsgeschichte und Funktion der 'Inspektion der Konzentrationslager' 1934 - 1938". Seit 1994 leitet er die Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand. Zudem ist er Autor und Herausgeber zahlreicher Veröffentlichungen zu Verfolgung und Widerstand zwischen 1933 und 1945. Am 6. Mai schildert Prof. Tuchel in seinem Vortrag „Mit Flugblättern gegen Hitler – Versuche der Gegenöffentlichkeit in der NS-Diktatur“ den Kampf um die Verbreitung von Informationen, mit dem Ziel das Meinungsmonopol der „gleichgeschalteten“ Presse zu brechen, welches das wichtigste Anliegen des Widerstandes gegen die NS-Diktatur war.

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13. Mai 2013: Uwe Soukup

U. Soukup

Am 13. Mai wird Haffner –Biograph Uwe Soukup die Reihe mit seinem Vortrag „Sebastian Haffner - der Gegenaufklärer“ fortsetzen. Der freie Journalist, Buchautor und Verleger hat in Berlin Pädagogik studiert und arbeitet seit 1993 für verschiedene Print-medien u.a. den Tagesspiegel, Cicero und Spiegel. Von 1997–2000 war er Redakteur bei der Tageszeitung Junge Welt, zuletzt arbeitete er dort als Ressortleiter für Innenpolitik. 2001 veröffentlichte er eine Biographie über Haffner („Ich bin nun mal Deutscher. Sebastian Haffner. Eine Biografie“) im Aufbau Verlag. Zuvor brachte er einige der vergriffenen Bücher des Publizisten in seinem Verlag 1900 neu heraus. Soukup wird in seinem Vortrag über Haffners Arbeit als politischer Korrespondent und Publizist im englischen Exil berichten. Mit der Veröffentlichung des Buches „Germany: Jekyll & Hyde.1939 - Deutschland von innen betrachtet“, das 1940 unter seinem Pseudonym Sebastian Haffner herauskam, rettete er nicht nur sein Leben, sondern wurde auch zum angesehenen Journalisten in England.

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27. Mai 2013: Rainer Laabs

R. Laabs

Seit 2002 Leiter des Unternehmensarchivs bei der Axel Springer AG. Rainer Laabs studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Niederlän-dische Philologie an der Freien Universität Berlin sowie Theologie und später Bibliotheks-wissenschaften als Nebenhörer. Seit 1976 ist er für Axel Springer tätig, zunächst als Mitarbeiter der Stabsabteilung Information und Öffentlichkeitsarbeit, 1987-2001 als Leiter der Ullstein Dokumentation und Bibliothek. Laabs ist Autor mehrerer Bücher und Texte zu kunsthistorischen und berlingeschichtlichen Themen. In seinem Vortrag „Der Weg Hermann Ullsteins ins Exil“ am 27. Mai gewährt er einen Blick in die Schriftstücke Ullsteins. Das ist zugleich ein beispielhafter Blick auf einen Menschen, der gestern noch mitverantwortlich für das Verlegen von Druckerzeugnissen in Millionenauflage war, und der heute händeringend auf sein Affidavit wartet, ein Formular, von dem womöglich sein Überleben abhängt.

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3. Juni 2013: Dr. Erik Lindner

E. Lindner

Der Referent ist Geschäftsführer der Friede Springer Stiftung. Erik Lindner studierte Neuere Geschichte, Politikwissenschaften und Publizistik in Marburg und promovierte an der Universität Münster über Patriotismus deutscher Juden (1800-1871). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: deutsch-jüdische Geschichte, Mediengeschichte und Unternehmenssgeschichte. Zwischen 1999-2007 leitete Dr. Erik Lindner das Unterneh-mensarchiv der Axel Springer AG, 2010-2011 war er Geschäftsführer der Axel Springer Stiftung in Berlin. Zudem ist er als freier Publizist und Referent tätig. Am 3. Juni spricht Dr. Lindner in seinem Vortrag „Die Gleichschaltung der Presse im Dritten Reich“ über die Abläufe der NS-Pressepolitik: die „wilde“ Verfolgung exponierter Journalisten und linker Zeitungen sowie das „Schriftleiter-gesetz“, die zur ersten Phase der Unterdrückung gehörten. Die Vernichtung der freien Presse stellte ein zentrales Anliegen der Nationalsozialisten zur Festigung ihrer Macht dar.

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10. Juni 2013: Dr. des. Britta Schellenberg

B. Schellenberg

Research Associate und Lehrbeauftragte am Centrum für angewandte Politikforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München. Britta Schellenberg studierte Germanistik, Anglistik und Judaistik in Heidelberg, London und Berlin. Derzeit promoviert sie am Zentrum für Antisemitismusstudien an der TU Berlin über „Rechtsextremismus“ und „Fremdenfeindlichkeit“ im öffentlichen Diskurs der Bundes-republik Deutschland. Ihre Dissertation erscheint demnächst in der Edition "Rechtsextremismus“ des VS Verlag für Sozial-wissenschaften. Von 2002 bis 2005 arbeitete sie am Projekt „Strategien gegen Rechtsextremismus“ der Forschergruppe Politik an der LMU. Darüber hinaus ist sie an der Konzeption von Bildungsprogrammen über Rechtsextremismus und Demokratie beteiligt und begleitet Fortbildungen zu diesem Thema. In ihrem Vortrag „Berichterstattung über die Radikale Rechte“ am 10. Juni widmet sich Britta Schellenberg anhand von Fallbeispielen („Döner Morde“ und NSU) der Charakteristika, Themen und Perspektiven der medialen Debatte über „Rechtsextremismus“ in Deutschland.

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17. Juni 2013: Prof. Dr. Andreas Wirsching

A. Wirsching

Der Referent ist Leiter des Instituts für Zeitgeschichte in München/ Berlin. Andreas Wisching studierte Geschichte und evange-lische Theologie in Berlin und Erlangen und habilitierte 1995 in Regensburg über Poli-tischen Extremismus in Deutschland und Frankreich von 1918 bis 1933/39. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören: Vergleichende deutsche und französische Geschichte im 20. Jahrhundert sowie die Geschichte des Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus 1918-1945. Seit 1996 ist Wirsching Professor für Neuere und Neueste Geschichte Westeuropas. Er lehrte u.a. an der Washington University in St. Louis (2005/06), am Deutschen Historischen Institut in Paris sowie am Institut d’Études Politiques (2007). In seinem Vortrag „Hitlers „Mein Kampf“ zwischen Medien und Wissenschaft“ am 17. Juni resümiert Wirsching die Debatte zum Auslaufen der Urheberrechte an Hitlers Pamphlet „Mein Kampf“ und fragt nach dem historischen Quellenwert des Machwerkes.

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24. Juni 2013: Johannes Baldauf

J. Baldauf

Referent der Amadeu Antonio Stiftung und betreibt seit 2011 das Monitoring sozialer Netzwerke für das Projekt „Soziale Netzwerke ohne Nazis - no-nazi.net“, mit dem Ziel, Informationen über die rechtsextreme Szene in sozialen Netzwerken zu sammeln und über die Gefahren aufzuklären. Weitere Schwerpunkte seiner Arbeit bilden die Themenbereiche Antisemitismus und Verschwörungstheorien im Internet. Baldauf studierte Literaturwissenschaft und Jüdische Studien in Berlin, Potsdam und Jena. In seinem Vortrag „Nazis 2.0 - Rechtsradikalismus im Netz“ am 24. Juni, gibt er  einen Überblick zu rechtsextremen Auftrittsformen, Zielen und Strategien und fragt nach den Handlungsmöglichkeiten zivilgesellschaftlichen Engagements dagegen. Über soziale Netzwerke, wie Facebook oder StudiVZ, versuchen Rechtsextreme vermehrt Jugendliche für ihre Inhalte zu erreichen. Auf subtile Art und Weise knüpfen sie dazu an allgemeine gesellschaftliche Themen an und instrumentalisieren diese für ihre Ideologie und Propaganda.

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1. Juli 2013: Wolfgang Wieland

W. Wieland

Am 1. Juli wird Wolfgang Wieland, Rechts-anwalt, Sprecher für innere Sicherheit der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen sowie Obmann im Innenausschuss und im NSU-Untersuchungsausschuss, in seinem Vortrag „NSU und die Medien“, über die Entwicklung des Terrornetzwerkes und rechtsstaatliche Gegenstrategien berichten. Wieland studierte Rechtswissenschaft in Frankfurt und Berlin. Seit 1977 arbeitete er als Rechtsanwalt in einer Sozietät. Im Jahr 1978 gehörte Wieland zu den Mitbegründern der Alternativen Liste (AL) in Berlin. Von 1987 bis 1989 sowie 1990 bis 2004 war er Mitglied im Abgeordnetenhaus von Berlin und mehrmaliger Fraktionsvorsitzender von AL und Bündnis 90/Die Grünen. Darüber hinaus hatte er unter der rot-grünen Regierungs-koalition 2001/2002 das Amt des Bürgermeisters und Justizsenators des Landes Berlin inne. Seit 2005 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages für Bündnis 90/Die Grünen und gehört dem Innenausschuss an.

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8. Juli 2013: Prof. Dr. Hajo Funke

H. Funke

Er forscht und lehrt zu Politik und Kultur (Lehrstuhl am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin 1993-2010), zu Rechts-extremismus, Rechtspopulismus und Nationalsozialismus. Hajo Funke studierte Soziologie und Politikwissenschaft und habilitierte über Theorien über Antisemi-tismus. 1985 – 1987 nahm er eine Untersuchung zur Emigration von Juden vor und während der Zeit des Nationalsozialismus vor. Prof. Funke analysiert am 8. Juli in seinem Vortrag „Der Neo-Nationalsozialismus heute – die Medien zwischen Aufklärung und Skandalisierung“ den Umgang mit dem Phänomen nach einem Jahr NSU Debatte. Er spricht darin über die Rolle der aufklärenden Medien und der Zivilgesellschaft, ohne die nämlich die Ideologie, vor allem aber die Gewalt der Neonazis noch verheerender wären als sie es mit ihren etwa 1000 Gewaltstraftaten pro Jahr sind. Denn jede überzogene und undifferenzierte Skandalisierung schafft falsche Fronten und wirft die Aufklärung zurück.

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Letzte Aktualisierung 13.10.2015 von pkoch_admin

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