Zusammenfassung Soest

Zusammenfassung Soest

Südafrika ist die wichtigste Wirtschaftsmacht in Afrika. Sein BSP lag in 2007 mit 275 Mrd. US$ nur knapp unter den kombinierten BSP der vier nächstgrößten afrikanischen Länder Nigeria, Angola, Sudan und Kenia (300 Mrd. US$). Das politische System ist demokratisch und föderalistisch. Die Prädominanz der Regierungspartei ANC ging bei den letzten Wahlen zurück. Vom Rohstoffexport (Platin, Gold, Chrom, Diamanten) entwickelte sich Südafrika im Zeichen des von der internationalen Gemeinschaft isolierten Apartheid-Regimes zur ersten Industrie-Nation Afrikas (Importsubstitutions-industrialisierung).

Seit der Öffnung des Systems führte die Liberalisierung zu Produktivitätssteigerungen. 1994 führte die Regierung ein soziales Programm durch mit dem Ziel, Armut und Arbeitslosigkeit zu reduzieren und soziale Dienstleistungen für die benachteiligte Bevölkerung zu verbessern. 1996 wurde das Programm um neoliberale Elemente ergänzt (Haushaltsdisziplin, Stabilität der Währung, Reduktion der Inflation), das umstrittene Effekte auf die Mehrheit der Bevölkerung hatte. 2003 wurde eine Strategie für „black economic empowerment“ initiiert, mit deren Hilfe eine schwarze Mittelschicht entstand. Das steigende Pro-Kopf-Einkommen ging mit einer wachsenden Einkommensungleichheit einher. Ab 2005 wurde eine „Accelerated and Shared Growth Initiative for South Africa“ umgesetzt, die auf die Beschleunigung des Wachstums, die Reduktion der anhaltenden Armut und zunehmenden Arbeitslosigkeit sowie auf die Verbesserung der staatlichen sozialen Dienstleistungen zielt.

Es ist gelungen, die Abhängigkeit vom Gold-Export zu reduzieren (in 20 Jahren von 36 % auf 15 % der Gesamtexporte) und den Anteil der verarbeiteten Primärgüter am Export zu steigern (46 % der Gesamtexporte). Seit Mitte der neunziger Jahre geht allerdings der Anteil des südafrikanischen Exports am Welthandel (1994 – 2008 um 20 %) zurück. Dies ist auf den geringen Produktivitätszuwachs zurückzuführen, den Südafrika in diesem Zeitraum realisiert hat (niedrige Investitionsraten). Die internationale Wirtschaftskrise hat aber auch den Bergbau-, den Handels- und den Industrie-Sektor in Südafrika beeinträchtigt. Das Land stützt sich allein auf die Auto-Industrie als Wachstum fördernder Sektor (7,5 % des BIP; zwischen 2004 und 2007 eine Wachstumsrate von 14 %). Die stabile Wachstumsrate von 3 -4 % jährlich brach in 2008 /2009. Es ist zwar gelungen, die Finanzen zu stabilisieren, eine schwarze Mittelschicht zu schaffen, stabile Wachstumsraten zu erzielen, die Grundversorgung der Bevölkerung leicht zu verbessern, das System zu demokratisieren und dafür internationale Anerkennung zu verschaffen; es ist aber nicht gelungen, Armut, Arbeitslosigkeit, AIDS, Kriminalität und Korruption einzudämmen, die Einkommensungleichheit abzubauen, die Landreform umzusetzen und die Probleme des Erziehungssektors zu lösen.



Letzte Aktualisierung 26.02.2010 von rfsp
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