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Zusammenfassung Klingebiel

Zusammenfassung Klingebiel

Ruanda betreibt eine wirksame Armutspolitik, bleibt aber in den nächsten Jahren im afrikanischen Kontext ein armes Land und mit erheblichen Herausforderungen. Laut seiner „Vision 2020“ soll Ruanda bis zu dem Jahr ein Land mit „mittlerem Einkommen“ werden. Heute hat sich Ruanda bereits zu einem Telekommunikationszentrum und einem wichtigen Finanzplatz in Afrika entwickelt („Singapur Afrikas“). Ruanda zielt auf die Realisierung jährlicher zweistelliger Wachstumsraten in diesem Jahrzehnt. Es zieht ausländische Direktinvestitionen (China) in großen Mengen an und investiert öffentliche Mittel in den Infrastruktur-Sektor. Im Unterschied zu den meisten afrikanischen Ländern, die eine Armutsreduktion mit Hilfe sozialpolitischer Strategien betreiben, setzt Ruanda Strategien mit einem Gleichgewicht zwischen sozialen und produktiven Sektoren um. Eine Schlüsselstrategie für die Überwindung seiner benachteiligten wirtschaftlichen Lage ist die regionale Integration und die Internationalisierung, die Ruanda aktiv vorantreibt (regionale Infrastruktur-Projekte mkit Relevanz für Ruanda – Zugang zum Meer; Flughafen, Methangas-Kraftwerk). Vorerst bleibt Ruanda von der wetterabhängigen Landwirtschaft abhängig, weist zu hohe Bevölkerungswachstumsraten auf (Wachstum drückt sich noch nicht in Zuwachs des pro Kopf Einkommens aus) und ist über ein für Afrika typisches Außenhandelsmuster mit dem Weltmarkt verbunden (Export von Tee, Kaffee und Mineralien; Import von Industriegütern und Treibstoff). Es bemüht sich jedoch systematisch die Diversifizierung seiner Produktions- und Außenhandelsstruktur. In Ruanda nimmt die Armut messbar ab, jedoch die Einkommensungleichheit zu.

Das öffentliche Finanzmanagement (einschl. Korruption) hat hohe Priorität und ist für verschiedene Bereiche von großer Relevanz. Ruanda wird von der Geber-Gemeinschaft sehr stark gefördert und als Modell eines afrikanischen Landes betrachtet, in dem die Regeln der guten Regierungsführung eingehalten werden und die Rechenschaftspflicht beachtet wird. In den letzten 5 Jahren wurden ca. 45 % des Haushalts mit Entwicklungshilfegeldern finanziert. Es bestehen jedoch sichtbare Anstrengungen zur Erhöhung der Steuereinnahmen (Afrika Steuerquote 18 %; Ruanda 23,8 %). Es finden auch umfassende Bemühungen statt, den Privatsektor zu stärken. 2009 wurde Ruanda im Rahmen des Doing Buisness Report als World’s Leading Reformer klassifiziert.

Ruandas Stärke besteht im hohen politischen Reformwille. Es befindet sich eindeutig auf einem Wachstumspfad. Das Land ist mit Herausforderungen konfrontiert hinsichtlich der Infrastrukturdefizite, des starken Bevölkerungswachstums, des mangelnden Humankapitals und der Sekundär-Effekte der internationalen Finanzkrise; es setzt sich mit diesen Herausforderungen jedoch in systematischer Weise auseinander und verzeichnet Erfolge mit seinen Reaktionen darauf. Eine besonders gelungene Strategie hinsichtlich des Ausgleichs seiner strukturellen Wettbewerbsnachteile ist die Einbindung in die regionale Wirtschaftsgemeinschaft EAC.

Letzte Aktualisierung 26.02.2010 von rfsp
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