Einführend in seinen Vortrag über "Universitäre Zusammenarbeit und Entwicklung in Afrika" präsentierte Stefan Schmid zunächst einige Fakten über die historische Entwicklung sowie über den derzeitigen Stand der Hochschulbildung in Afrika:
Die 70er Jahre stellten die Blütephase dar - afrikanische Universitäten spielten damals weltweit in der obersten Liga mit. Aufgrund von Strukturanpassungsprogrammen sowie einem Paradigmenwechsel in der Bildungspolitik hin zu der Fokussierung auf Primärbildung, wurde die Hochschulbildung in den 80er Jahren stark vernachlässigt. Seit den 90er Jahren verbreite sich nun langsam die Ansicht, dass die akademische Ausbildung ein starkes Element der Demokratiesicherung sei und deswegen besonders gefördert werden müsse. Neuere Entwicklungen seien vor allem die Verschiebung vieler Universitäten in den privaten Sektor sowie der Versuch, die Naturwissenschaften zu stärken.
Obwohl der Anteil der Afrikaner (über 25 Jahre) mit tertiärem Bildungsabaschluss steige, sei dieser mit 2 Prozent (weltweiter Durchschnitt: 10 Prozent) immer noch viel zu gering. Überfüllte Universitäten, schlechte Bezahlung der Lehrkräfte sowie mangelnde Zusammenarbeit mit der Wirtschaft seien zudem dafür verantwortlich, dass die Universitäten nicht maßgeblich zu der Entwicklung beitragen können.
Wie wichtig die Stärkung der Universitäten sei, um Afrika voranzubringen, betonte Schmid indem er konstatierte, Afrika habe keine andere Chance, als sich ohne Umweg über die Industrialisierung direkt hin zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft zu entwickeln. Eine konkrete Idee hin zu einer solchen Zielsetzung sei beispielsweise die Etablierung von "Entrepreneurial Universities"; diese seien eng mit der Wirtschaft verknüpft und verfolgten zielgerichtete Wissenschaft.
Zuletzt ging Schmid auf die universitäte Zusammenarbeit zwischen Afrika und Deutschland ein und betonte, dass diese durchaus Potential besitze, aber leider aufgrund von Vorurteilen auf beiden Seiten behindert werde. Die "Swiss Guidelines" böten eine hervorragende Grundlage für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Letzendlich zeichnete Schmid ein recht positives Bild, indem er die Potentiale des Ausbaus von Universitäten für die gesamte Entwicklung des Kontinents darstellte und auch auf konkrete Lösungsvorschläge für die existenten Probleme einging.