Rückblick

Rückblick

In der zweiten Podiumsdiskussion der Ringvorlesung ging es um die Frage, welches Interesse Europa eigentlich an der Entwicklung Afrikas habe.
"Interesse" wurde in seinen verschiedenen Dimensionen, als egoistisches Interesse oder als menschliches Interesse, verwendet.  Die Diskussion kreiste letztlich um die Frage, welche "Art von Interesse" denn eigentlich für eine erfolgreiche EZ geeigneter sei.

Salua Nour betonte, dass die Sozialwissenschaft durchaus aus menschlichem Interesse heraus an einer Entwicklung Afrikas interessiert sei und daher auch potentiell "wahre" Lösungskonzepte produziere. Problematisch sei allerdings erstens, dass sozialwissenschaftliche Theorien (im Gegensatz zur Naturwissenschaft) nie kurzfristig von der Realität überprüft werden könnten: die Wirkung einer Reform kann erst Jahre nach ihrem Inkrafttrefen gemessen werden.  Zweitens würden wissenschaftliche Konzepte nie eins zu eins in die Politik übernommen ohne, dass hier eine machtorientierte Komponente die Konzepte verzerre. Daher sei es nicht erstaunlich, dass entwicklungspolitische Maßnahmen so oft erfolglos blieben.

Peter Molt ergänzte, dass der gesamte entwicklungspolitische Apparat inzwischen so aufgebläht sei, dass hier eine Eigendynamik feststellbar sei, die nicht mehr unmittelbar an die ursprünglichen Ziele gekoppelt werden könne.

Helmut Asche provozierte schliesslich mit dem Statement, dass China mit seiner rein strategischen Investitionspolitik in Afrika alles richtig mache und so im Endeffekt mehr "Gutes" beitrage, als Europa mit seiner vermeintlich humanistisch orientierten Entwicklungszusammenarbeit.

Der Grundkonsens der Runde lässt sich mit Salua Nours Forderung:
"Wir brauchen nicht mehr, nicht weniger, sondern eine andere EZ!"
zusammenfassen.  Diese EZ würde sich an "humanistischen Leitzielen" orientieren, aber dennoch im pragmatischen Sinne (wirtschaftlichen) Interessen Rechnung tragen. 


Dr. Salua Nour, Dr. Regina Franken-Wendelstorf, Prof. Dr. Peter Molt, Prof. Dr. Helmut Asche






























Prof. Dr. Peter Molt, Prof. Dr. Helmut Asche






























Dr. Salua Nour, Dr. Regina Franken-Wendelstorf






























Publikum



Vorstandsvorsitzender Christian Walther


Letzte Aktualisierung 04.02.2009 von rfsp
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