Bevor Macamo in das Thema seines Vortrages einstieg, erklärte er zunächst, dass der 19. Januar mit der Inauguration des ersten Schwarzen US-Präsidenten symbolische Bedeutung für die Stellung Afrikas in der Welt habe.
Sein Vortrag mit dem Titel "Afrikas Entwicklung: Schritt halten oder einfach laufen?" konzentrierte sich auf die soziale Konstruktion des Entwicklungsparadigmas und dessen Auswirkungen auf die tatsächliche Entwicklungspolitik. Der Glaube an die perfekte Planbarkeit von Geschichte sei eine Prämisse für eine Entwicklungszusammenarbeit, die sich an festen Zielen wie den MDGs orientiere. Diese Ziele würden in den Geberländern zwar in einem politischen Prozess beschlossen, aber anschliessend als strike Orientierungsgrößen in die jeweiligen Entwicklungsländer exportiert. Der dort stattfindende Prozess, der zudem auch meist von ausländischen so genannten Experten geleitet würde, reduziere sich auf eine Entwicklungstechnik. Das politische Moment ginge hier verloren.
Genau an dieser Stelle setzte Macamo seine Kritik der Entwicklungszusammenarbeit an: Um eine nachhaltige Entwicklung in Afrika zu erreichen, müsse man sich von der Vorstellung einer vorgegebenen Zielgerade verabschieden und in einem demokratisch legitimierten politischen Prozess in den Entwicklungsländern selbst mögliche Zielsetzungen und Wege dorthin beschliessen.
In der anschliessenden Diskussion relativierte Macamo seinen Standpunkt dahingehend, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht völlig abgeschafft werden solle, aber, dass sie sich einer sehr kritischen Reflexion aussetzen müsse. Budgethilfe sei ein Beispiel für die Möglichkeit Entwicklungsländer politisch zu integrieren und die Selbstreferenzialität der derzeitigen Entwicklungspolitik zu durchbrechen. Afrika müsse nicht "schritthalten" sondern "einfach laufen".