Anknüpfend an die einführende Podiumsdiskussion am 21. Oktober konzentrierte sich Grudrun Lachenmann auf die Frage inwieweit bisherige Entwicklungskonzepte lokale Kapazitäten vernachlässigen oder sogar zerstören.
Sie betonte die Bedeutung von informellen sozialen Strukturen, welche oft durch das Raster eines institutionalistischen Blickwinkels gar nicht erst erkannt werden könnten. Entwicklungsziele würden demnach oft realitätsfern konzeptualisiert. Beispielsweise im Genderbereich würde die Entwicklungszusammenarbeit, ausgehend von den Defiziten in den formalen nationalen Institutionen, oft noch nach dem veralteten Muster der "Frauenförderung" betrieben, obwohl transnationale oder lokale Frauenbewegungen schon viel fortschrittlicher agierten.
Um die Verbesserung von Entwicklungskonzepten zu erreichen, müssten zusätzlich zu quantitativen Methoden, welche in erster Linie messen inwieweit bestimmte Ziele (wie die Milleniumsziele) erreicht wurden, auch qualitative Methoden angewandt werden, die mit einem offeneren Blick eine tiefere Einsicht in lokale Strukturen gewinnen könnten, um somit vorhandene Kapazitäten ausnutzen zu können.
Hinzu komme, dass mangelndes Wissensmanagment in afrikanischen Regierungen, NGOs aber auch in internationalen Organisationen ein Hindernis bei der Weiterentwicklung von erfolgreichen Entwicklungsstrategien sei.
Lachenmann machte die Komplexität von erfolgreicher Entwicklungszusammenarbeit deutlich, verwies aber gleichzeitig darauf, dass diese möglich sei.