Rückblick

Rückblick

Einleitend in den letzten Vortrag der Ringvorlesung "Entwicklung in Afrika - Fortschritt oder Rückschritt", erklärte Kai Kresse, dass er kein Entwicklungsexperte sei; er beschäftige sich nicht direkt mit Phänomenen, die in diesen Bereich fallen und er sehe den paradigmatischen Begriff "Entwicklung" ohnehin kritisch. Ziel seines Vortrages sei es, anhand von Beispielen die Bedeutung von Diskursen für das, was allgemein unter "Entwicklung" verstanden würde, zu verdeutlichen.

Im kenianischen Sprachgebrauch des Kisuaheli würde begrifflich zwischen Christen aus dem Landesinneren und Muslimen von der Küste unterschieden. Dichotome, aus der Kolonialzeit stammende, Gesellschaftsmuster würden somit reproduziert. Eine solche strukturelle Kontinuität zwischen der Kolonialzeit und dem Postkolonialismus sei für den "Fortschritt" des Landes hinderlich.
Zudem gäbe es innerhalb der muslimischen Minderheit selbstkritische Tendenzen, die die restaurative Haltung des Islam betonen und somit die muslimische Gemeinde als stagnierendes Element der kenianischen Gesellschaft bezeichnen würden.

Allgemein sei der große Einfluss von Diskursen oft gefährlich, da reale örtliche Bedürfnisse verschleiert und somit nicht befriedigt werden könnten.

Zum Abschluss der diesjährigen Ringvorlesung dankte Christian Walther, Vorstandsvorsitzender des OSI-Clubs, den Referenten und Organisatoren der Veranstaltung für ihr ehrenamtliches Engagement.


Dr. Kai Kresse




Publikum


Letzte Aktualisierung 11.02.2009 von rfsp
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