Einführend in die dritte Veranstaltung der Ringvorlesung resümierte Stefanie Hirsbrunner kurz über die ersten beiden Sitzungen, bevor sie in das neue Thema, nämlich die Verknüpfung von Sicherheit und Entwicklung in Afrika, einleitete.
Der Referent Lothar Brock unterteilte die Beziehung von Sicherheit und Entwicklung in zwei Dimensionen, erstens die faktisch-empirische und zweitens die politisch-strategische.
Er erklärte, dass ein empirischer Zusammenhang der beiden Konzepte nicht zu bestreiten wäre, indem er beispielsweise anführte, dass sich seit der Unabhängigkeitsbewegung in Afrika 30 bewaffnete Konflikte zugetragen hätten, welche 7 Millionen Todesopfer, tausende Flüchtlinge und 250 Milliarden US Dollar Sachschaden zur Folge hatten. Kriegerische Auseinandersetzungen seien also aus dem einfachen Grund, dass sie Ressourcen zerstörten, für die Entwicklung eines Landes abträglich.
Dennoch sei die Schlussfolgerung, dass Sicherheit und Entwicklung in einem Kausalverhältnis zueinander stünden, falsch. Eine nahezu konsensuale Ansicht in der Wissenschaft sei, dass absolute Knappheit nicht zwangsläufig zu Gewalt führe, sondern dass ausschliesslich die Form des Umgangs mit einer solchen Knappheit als Ursache für Gewalt bewertet werden kann.
Brock warnte vor einer politischen Instrumentalisierung von sicherheitspolitischen Interessen und plädierte für eine klare Trennung der beiden Konzepte. Eine Verbindung, welche zu einer Art ´self-fulfilling prophecy` führe, indem globale Bedrohungsszenarien konstruiert würden, die letztendlich die Bereitschaft von Staaten Krieg zu führen schürte, sei absurd.