Einführend stellte Tim Bittiger die These vor, dass es nach der Kolonialzeit momentan einen neuen "Scramble for Africa" gebe, bei dem sich ausländische Investoren einen Teil von dem Rohstoffreichtum des Kontinents sichern wollten.
Die hohe Nachfrage nach afrikanischen Rohstoffen habe aber nicht - wie man vielleicht hätte erwarten können - zu Wirtschaftswachstum geführt. Im Gegenteil sei ein hohes Vorkommen an natürlichen Rohstoffen in einem afrikanischen Land eher mit einer rückläufigen Entwicklung korreliert. Woher kommt dieser "Rohstofffluch"?
Problematisch sei vorallem die Kombination von Rohstoffreichtum und fragilen Staaten. Staaten, die sich durch ineffiziente Regierungsführung, Armut und eine instabile Sicherheitslage auszeichneten, seien nicht in der Lage das hohe Rohstoffaufkommen zu dem Vorteil ihrer Bevölkerung zu nutzen. Korruption, Bereicherung von Eliten und bewaffnete Konflikte um Rohstoffe seien die Folge.
Zudem sei in rohstoffreichen Ländern die starke Spezialisierung auf den Rohstoffmarkt gefährlich, da dieser allgemein volatil sei und somit alleine kein Garant für eine nachhaltige Entwicklung darstellen könne.
Als Lösungsansatz präsentierte Bittiger vor allem so genannte "Multistakeholderinitiativen", die sich für eine Zusammenarbeit von Regierungen, Firmen und Zivilgesellschaft stark machen. Hierzu gehöre auch die EITI (Extraction Industries Transparency Initiative), die durch die freiwillige Offenlegung von Geldflüssen seitens der Unternehmen und Regierungen die Bekämpfung von Korruption fördere.
In der anschliessenden Diskussion betonte Bittiger, dass die Korruptionsbekämpfung ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung eines "Rohstofffluchs" in einen "Rohstoffsegen" sei, dieser aber nur in Kombination mit anderen Initiativen, die beispielsweise die Umweltverträglichkeit des Rohstoffabbaus kontrollierten, zu nachhaltigem Erfolg führen könne.