Zu Beginn des Jahres 2007 reisten sowohl der chinesische Staatschef Hu Jintao, als auch Außenminister Li nach Afrika und setzten damit die intensive Reisediplomatie fortgesetzt, die alleine in den vergangenen zwei Jahren zu mehr als 100 Treffen zwischen hochrangigen chinesischen und afrikanischen Politikern und Wirtschaftsvertretern geführt hat. Die Volksrepublik China habe sich in den vergangenen zehn Jahren als einflußreicher Akteur in Afrika südlich der Sahara etabliert. Dies stelle eine der zentralen jüngeren Entwicklungen auf dem Kontinent dar, die sowohl die innenpolitischen Verhältnisse in den afrikanischen Staaten als auch ihre Außenbeziehungen nachhaltig beeinflussen könnte, so Tull.
Ausgehend von den Ursachen, Zielen und Strategien der neuen chinesischen Afrikapolitik ging es in Tulls Vortrag um die Frage, wie sich Chinas zunehmendes Engagement auf die politische und ökonomische Entwicklung in Afrika südlich der Sahara auswirkt bzw. auswirken könnte. Desweiteren erörterte Tull die Frage, in welchem Verhältnis Chinas afrikabezogene Außenpolitik zur Afrikapolitik Deutschlands stehe und welche Implikationen sich daraus für die Bundesrepublik ergeben.