Strässer

Christoph Strässer

Geboren 1949 in Velbert. Studium der Rechtswissenschaften. Seit 1980 selbständiger Rechtsanwalt in Münster und Wittenberg. Seit den Sechziger Jahren ist er politisch engagiert, wurde 1977 Vorsitzender der Jungdemokraten und war bis 1982 Mitglied imFDP-Bundesvorstand. Seit 1984 Mitglied der SPD; seit 1993 Vorsitzender der SPD in Münster; seit 2002 Bundestagsabgeordneter. Sprecher der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der SPD-Bundestagsfraktion und Sprecher für die freien Berufe. Im Zuge seiner Menschenrechtsarbeit ist Afrika einer seiner regionalen Schwerpunkte.

Christoph Strässer referierte im Rahmen der Ringvorlesung zu dem Thema "Friedenskonsolidierung und Konfliktprävention in Afrika im Allgemeinen und speziell im Sudan“.




Die Widersprüchlichkeit von Entwicklungstendenzen in Afrika ist offensichtlich - und auch charakteristisch für Afrika heute: Einerseits die Initiative der Afrikanischen Reformkräfte, die die eigene Verantwortung für die Zukunft des afrikanischen Kontinents anerkennen - andererseits brutale Konflikte und zusammenbrechende oder zusammengebrochene Staaten (failing states) wie im Sudan. Es biete sich nichtsdestotrotz eine neue historische Chance, so Strässer, die von Afrikanern selbst komme. Diese neue Orientierung fände ihren Ausdruck in NEPAD (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung), einer umfassenden Entwicklungsstrategie für den afrikanischen Kontinent. NEPAD strebe die Integration Afrikas in die globalen Strukturen an und ziele damit auf eine stärkere Teilhabe an internationalen politischen und wirtschaftlichen Prozessen. "Es gibt mit NEPAD jetzt eine afrikanische Gesamtstrategie," so der Referent, "die Armutsbekämpfung, wirtschaftliche Entwicklung, Weltmarktintegration und Wettbewerbsfähigkeit miteinander verknüpft.". Damit habe sich ein Konsens zwischen afrikanischer Politik und den Strategien der internationalen Gebergemeinschaft herausgebildet.
Strässer analysierte sowohl die aktuellen Probleme, als auch die hoffnungsvollen Entwicklungen in den 48 Ländern Afrikas südlich der Sahara. Friedenskonsolidierung und Konfliktprävention als Grundlagen einer Nachhaltigen Entwicklung für Afrika standen dabei im Mittelpunkt. Darunter sei aber nicht nur militärische oder humanitäre Hilfe zu verstehen. Für eine nachhaltige Entwicklung Afrikas bedürfe es eines umfassenden Konzeptes von Konfliktprävention und Friedenskonsolidierung. Ein solches Konzept beinhalte schwerpunktmäßig folgende Punkte:

* Frieden und Sicherheit,
* Demokratie, gute Regierungsführung und Menschenrechte,
* Wachstum und Förderung des Privatsektors,
* HIV/Aids-Bekämpfung und
* Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.


Am Schluss des Vortrages analysierte Strässer zudem kurz die Situation im Sudan und stellte mögliche Handlungsoptionen unter dem Aspekt der Friedenskonsolidierung und der Konfliktprävention vor.


Letzte Aktualisierung 19.07.2007 von rfsp

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