Basedau trug in seinem Vortrag zu einem differenzierten Verständnis der Problematik bei. Letztlich seinen es die Kontextbedingungen, an denen sinnvolle Lösungs- und Präventionsstrategien anknüpfen könnten.Das subsaharische Afrika war seit dem Ende des Kalten Krieges die am meisten von bewaffneten Konflikten und Kriegen betroffene Region. Für die zahlreichen Bürgerkriege z.B. in Angola, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Nigeria, Sierra Leone und Sudan werden in der wissenschaftlichen Diskussion auch zunehmend natürliche Ressourcen wie Öl und Diamanten verantwortlich gemacht. Reichtum an natürlichen Ressourcen führe jedoch nicht zu Wohlstand und Frieden, sondern zu gewaltsamen Auseinandersetzungen um die Kontrolle der Ressourcen oder Sezessionskonflikte in ressourcenreichen Regionen. Ist ein Konflikt erst einmal ausgebrochen, sorgten die Erlöse aus den Rohstoffverkäufen dafür, dass die Gewalt anhalte, auch wenn ursprüngliche Ursachen längst entfallen sind („Bürgerkriegsökonomie“). Negative Effekte von Ressourcenabhängigkeit auf die Wirtschaft und die soziale Entwicklung („Dutch Disease“) schaffen indirekte Gewaltgründe, so Basedau. Angesichts der weltweit wachsenden Nachfrage nach afrikanischem Öl, sei zu befürchten, dass sich internationale Rivalitäten um die Kontrolle der Ressourcen (v.a. China, Frankreich, USA) zusätzlich verschärfend auswirkten.
Auf den zweiten Blick sei der „Ressourcenfluch“ aber keineswegs unvermeidlich. Nicht alle Staaten – wie z.B. Botswana, Namibia und Südafrika – seien von solchen Konflikten betroffen. Dabei seien vor allem ressourcenspezifische Bedingungen (Grad der Abhängigkeit, Grad des Reichtums, Ressourcentyp, Modi der Förderung, geographische Streuung der Vorkommen, Ressourcenmanagement, Abnehmerstruktur) sowie nicht-ressourcenspezifische Bedingungen (historische Entwicklung, politische Strukturen, Beziehungen von Identitätsgruppen, allgemeine sozioökonomische Lage und Verhalten von internen und externen Schlüsselakteuren) verantwortlich.