Vision 2030 ist eine langfristig angelegte Zukunftsvision, deren Ziel es ist, Namibia und seine Einwohner vom Niveau eines unterentwickelten Landes auf das Niveau eines entwickelten Landes zu heben. Hanno Rumpf betonte in seinem Vortrag, diese Vision sei keine Tagträumerei, vielmehr diene sie dem Zweck, mit dem nötigen Weitblick eine möglichst kohärente Vorstellung der Zukunft und gleichzeitig ein klares Bild der Gegenwart zu entwerfen. Frieden, Sicherheit und eine verantwortungsvolle Staatsführung seien gerade in einem Land, dessen Vergangenheit von institiutionalisiertem Rassismus geprägt war, von großer Wichtigkeit. Rumpf machte deutlich, dass Namibia mit einer massiven Ungleichheit innerhalb der Gesellschaft zu kämpfen habe. Beispielsweise gäbe es hier die größten Einkommensunterschiede der Welt und eine Arbeitslosigkeit von 32-34 Prozent. Das Bild der namibischen Gesellschaft sei immer noch geprägt von den haves und have-nots, auch wenn die haves inzwischen nicht mehr nur Weiße seien. Aber Namibia sei eine gut etablierte Demokratie, seine Presse gelte als die freieste des Kontinents und Begriffe wie good-governance oder Korruptionsbekämpfung hätten eine klare Bedeutung innerhalb der aktuellen Politik. Rumpf machte jedoch deutlich, dass der Wille zur Entwicklung eines Landes auch in erheblichem Maße auf die Unterstützung der entwickelten Welt angewiesen sei. Eine Öffnung der Märkte und eine Verabschiedung von unsäglichen Subventionsmaßnahmen im Agrarsektor seien dabei wesentlich wichtiger, als vordergründig mildtätige Entwicklungshilfe.