Neben vielen autoritären und wenigen demokratischen Regimes sind zahlreiche andere Regimeformen seit der Demokratisierungswelle Anfang der 1990er Jahre in Afrika in Erscheinung getreten. Diese befinden sich in einer Grauzone zwischen Demokratie und Autokratie. Gero Erdmann suchte in seinem Vortrag Antworten auf die Frage nach den Ursachen für die unterschiedliche politische Entwicklung. Weshalb können einige Regime demokratisch bleiben während andere hybrid werden? Und weshalb kommt es bei den hybriden Regimen nicht zu einer weiteren Regression in den Autoritarismus? Erdmann führte aus, dass Regimeveränderungen meist schleichende Prozesse seien, graduelle Veränderungen, die ohne Gewaltaktionen wie Putsche oder Verfassungsänderungen einhergehen. Bei hybriden Regimen oder defekten Demokratien handle es sich um fragile Regimetypen, die sich in beide Richtungen- demokratisch oder autioritär- entwickeln, aber auch lange hybrid bleiben könnten. Eher spekulativ, wenn auch plausibel, sei die Annahme, dass eine internationale Abhängigkeit eines Landes das weitere Abgleiten in den Autoritarismus verhindere- solange die Gefahr von wirtschaftlichen, finanziellen und politischen Sanktionen bestehe.