Dozent: Frank Altenmöller
Die Regionalintegration hat in den vergangenen Jahren und insbesondere nach den erfolglosen multilateralen Verhandlungen im Rahmen der Doha-Welthandelsrunde beträchtlich an Bedeutung gewonnen. Regionale Handelsabkommen umfassen Länder mit sehr unterschiedlichen politischen, ökonomischen und sozialen Bedingungen. Hierzu gehören beispielsweise ungleiche politische Strukturen und asymmetrische Wirtschaftskraft, voneinander abweichende Arbeits- und Sozialstandards, umweltpolitische Interessen und Investitionsbedingungen. Vor diesem Hintergrund thematisiert die Lehrveranstaltung unterschiedliche Ansätze der Regionalintegration. Diese Ansätze verdeutlichen wir uns am Beispiel der Integration osteuropäischer Staaten in die Europäische Union und anhand ausgewählter Zusammenschlüsse in Afrika (wie etwa die "South African Development Community" und "South African Customs Union"). Die egionalintegration wird von der politisch wichtigen Frage umfasst, wie die einzelnen Regionalabkommen mit dem multilateralen Regelwerk der Welthandelsorganisation WTO vereinbar sind. Die rechtlichen Grundlagen, makroökonomischen Liberalisierungskonzepte und zukünftige Herausforderungen an die regionale und globale Governance werden aufgezeigt und diskutiert. Schließlich gibt das Seminar auch einen Überblick über die Initiativen der Europäischen Union zur Einbindung von osteuropäischen Ländern, die aber nicht als Beitrittskandidaten für die Union vorgesehen sind (wie z.B. Georgien an der Grenze zwischen Europa und Asien). Im Rahmen der "Europäischen Nachbarschaftspolitik" schaffen hier Wirtschaftspartnerschaftsverträge grundlegende Voraussetzungen für die Integration in die westlichen Liberalisierungskonzepte (wie z.B. Hilfen für den Aufbau eines modernen Zollregimes).