Dozentin: Salua Nour
(2 SWS); Do 14.00-16.00 22/UG 2
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Entwicklungshilfe ist ein Instrument der Entwicklungspolitik und damit der Außenpolitik von Geber- und Empfängerländern. Das
Instrument wird theoretisch und rhetorisch im Sinne der Steigerung des "Gemeinwohls" aller beteiligten Akteure im
internationalen System genutzt. Praktisch wird es jedoch im Hinblick auf:
a) die Realisierung der Interessen der Partner der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und
b) die Lösung vorrangiger Probleme des internationalen Zusammenlebens eingesetzt, die die Partner der EZ in gleicher Weise bedrohen (z. B. in den Bereichen Umwelt, Friedenssicherung, Migration und internationale Finanzkrisen).
Dabei bestehen allerdings Divergenzen mit hohem Konflikt-Potenzial nicht nur zwischen den Interessen von Industrie- und Entwicklungsländern, sondern auch in Bezug auf die Einschätzung der gemeinsam zu konfrontierenden Probleme des internationalen Zusammenlebens und in Bezug auf die jeweils durch diese bevorzugten Ansätze zu ihrer Lösung.
Im Rahmen des HS wird die Frage erörtert, wie diese Divergenzen überwunden werden und zugunsten von welchen Akteuren dieses erfolgt. Setzen sich im Spannungsverhältnis zwischen den partikularen Interessen verschieden starker Akteure und dem "Gemeinwohl" stets nur die Interessen des Stärkeren auf Kosten des "Gemeinwohls" durch oder können sich die Kräfte, die das "Gemeinwohl" anstreben, in Systemen der Entwicklungshilfe behaupten? Wie sieht das Verhältnis von Wahrnehmung partikularer Interessen und Bedienung des "Gemeinwohls" im System der deutschen und der amerikanischen Entwicklungshilfe aus? Welche Ergebnisse zeitigt das jeweilige System, gemessen an den Ansprüchen, die es an sich selbst und die die Sachlage in der Welt an das jeweilige System stellt?
Die Lehrveranstaltung wird in folgende Abschnitte eingeteilt sein:
1. Einführung in die Entwicklungsproblematik und das Instrumentarium der "bilateralen Entwicklungszusammenarbeit" mit Bezug auf Afrika.
2. Institutionen, Strategien und Arbeitsmethoden des deutschen und des amerikanischen Systems der Entwicklungshilfe.
3. Das Instrumentarium der deutschen und der amerikanischen Entwicklungshilfe im Einsatz in ausgewählten afrikanischen Ländern und Ländergruppen: Herausforderungen, Problemlösungskonzepte und Bewertung der Leistungen.