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Sommersemester 2009

HS - Deutsche und amerikanische Entwicklungshilfe in Afrika: Strategien, Institutionen und Leistungen im Vergleich

Dozentin: Salua Nour

(2 SWS); Do 14.00-16.00 22/UG 2

Diese Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Entwicklungshilfe ist ein Instrument der Entwicklungspolitik und damit der Außenpolitik von Geber- und Empfängerländern. Das
Instrument wird theoretisch und rhetorisch im Sinne der Steigerung des "Gemeinwohls" aller beteiligten Akteure im
internationalen System genutzt. Praktisch wird es jedoch im Hinblick auf:

a) die Realisierung der Interessen der Partner der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und
b) die Lösung vorrangiger Probleme des internationalen Zusammenlebens eingesetzt, die die Partner der EZ in gleicher Weise bedrohen (z. B. in den Bereichen Umwelt, Friedenssicherung, Migration und internationale Finanzkrisen).

Dabei bestehen allerdings Divergenzen mit hohem Konflikt-Potenzial nicht nur zwischen den Interessen von Industrie- und Entwicklungsländern, sondern auch in Bezug auf die Einschätzung der gemeinsam zu konfrontierenden Probleme des internationalen Zusammenlebens und in Bezug auf die jeweils durch diese bevorzugten Ansätze zu ihrer Lösung.

Im Rahmen des HS wird die Frage erörtert, wie diese Divergenzen überwunden werden und zugunsten von welchen Akteuren dieses erfolgt. Setzen sich im Spannungsverhältnis zwischen den partikularen Interessen verschieden starker Akteure und dem "Gemeinwohl" stets nur die Interessen des Stärkeren auf Kosten des "Gemeinwohls" durch oder können sich die Kräfte, die das "Gemeinwohl" anstreben, in Systemen der Entwicklungshilfe behaupten? Wie sieht das Verhältnis von Wahrnehmung partikularer Interessen und Bedienung des "Gemeinwohls" im System der deutschen und der amerikanischen Entwicklungshilfe aus? Welche Ergebnisse zeitigt das jeweilige System, gemessen an den Ansprüchen, die es an sich selbst und die die Sachlage in der Welt an das jeweilige System stellt?

Die Lehrveranstaltung wird in folgende Abschnitte eingeteilt sein:
1. Einführung in die Entwicklungsproblematik und das Instrumentarium der "bilateralen Entwicklungszusammenarbeit" mit Bezug auf Afrika.
2. Institutionen, Strategien und Arbeitsmethoden des deutschen und des amerikanischen Systems der Entwicklungshilfe.
3. Das Instrumentarium der deutschen und der amerikanischen Entwicklungshilfe im Einsatz in ausgewählten afrikanischen Ländern und Ländergruppen: Herausforderungen, Problemlösungskonzepte und Bewertung der Leistungen.



HS - Europa und Afrika. Was charakterisiert die Europäische Afrikapolitik?

Dozentin: Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin

(2 SWS) Mo 08.30-12.00 22/E2

Diese Lehrveranstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Dieses Hauptseminar findet im Rahmen des Afrikaschwerpunkts der Freien Universität Berlin/OSI statt und beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen Europa und Afrika. Es soll klären, wie es um eine Afrika-Politik der Europäischen Union steht, welche Bereiche sie umfasst, welchen Richtlinien sie folgt und ob die wesentlichen Probleme umfasst werden. Daneben wird nach den Partnern in Afrika gefragt, insbesondere nach der Rolle der Afrikanischen Union und der regionalen Organisationen. Schließlich soll auch das Verhältnis der Afrika-Politik der Mitgliedsstaaten zu der EU aufgeworfen und auch die Rolle der Afrika-Politik Europäischer Staaten erörtert werden, die nicht der EU angehören.



HS - Die Internationalen Beziehungen Afrikas südlich der Sahara

Dozenten: Dr. Annette Weber, Dr. Denis Tull

(2 SWS)  Di  08.30-10.00    55/302b

Diese Verantstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Afrika südlich der Sahara - ebenso wie die Mehrheit der sog. Entwicklungsländer - ist selten ein Referenzpunkt der Theorien der Internationalen Beziehungen. Ursache dessen ist die dominierende Sichtweise, nach der Afrika weithin eine politisch und wirtschaftlich marginalisierte Region darstellt, die im internationalen System kaum von Bedeutung ist. Afrika wird vor allem als Empfänger internationaler Entwicklungshilfe und/oder als passiver Spielball und Subjekt externer Akteure betrachtet. Ziel des Seminars ist es, diese Annahmen theoretisch und empirisch zu überprüfen.

In den einleitenden Sitzungen werden die theoretischen Grundlagen zur Analyse von Afrikas Außenbeziehungen erarbeitet. Im Mittelpunkt wird dabei zunächst die Frage stehen, ob die Theorien Internationaler Beziehungen adäquat sind, um Afrikas Beziehungen zu seiner Außenwelt erfassen zu können oder ob die Region einen "Sonderfall" darstellt, der die generelle Anwendbarkeit der geläufigen theoretischen Erklärungsansätze der Internationalen Beziehungen in Frage stellt. Aufbauend auf diesem "Rüstzeug" wird der inhaltliche Schwerpunkt des Seminars auf Fallstudien liegen, die sowohl die internationalen Beziehungen Afrikas zu den wichtigsten externen Akteuren als auch die wichtigsten Politikfelder Afrikas, insbesondere die Konfliktbearbeitung, zum Gegenstand haben werden. Die Fallstudien werden dazu dienen, die Vielschichtigkeit und Komplexität der internationalen Beziehungen Afrikas zu verdeutlichen und Wandel und Kontinuität von Afrikas politischen und wirtschaftlichen Außenbeziehungen zu beleuchten. Hinweis: Mit Blick auf die Pflichtlektüre werden sehr gute Englischkenntnisse vorausgesetzt!






HS - Koloniale Erinnerungen: Die deutsche Vergangenheit in Afrika im heutigen Deutschland

Dozent: Priv.-Doz. Dr. Ulrich van der Heyden

(2 SWS)  Fr  12.00-14.00 21/E

Diese Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Die deutsche Kolonialherrschaft in der Zeit von 1884/85 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges hat nicht nur in Afrika Spuren hinterlassen, sondern hat auch in wesentlichen Bereichen die deutsche Gesellschaft und Sprache bis in die Gegenwart geprägt. Im Seminar werden thematische Grundzüge der postcolonial studies diskutiert und einige Rückwirkungen der deutschen Kolonialherrschaft auf die hiesige Gesellschaft, aber auch auf das Stadtbild Berlins und anderer deutscher Städte, analysiert.




HS - Die Weltbankgruppe in Afrika: Eine methodologische Auseinandersetzung mit einem entwicklungspolitischen Ansatz in ausgewählten afrikanischen Ländern

Dozentin: Salua Nour

(2 SWS)  Di  12.00-14.00    22/UG 2

Diese Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Die Weltbank, IBRD, und die Schwester-Organisationen, IDA und IFC, geben in Afrika für die Entwicklungspolitik der
"Gebergemeinschaft" den Ton an. Die von der Weltbank initiierten "Poverty Reduction Strategy Papers" bilden heute in vielen afrikanischen Ländern die Grundlage der Entwicklungszusammenarbeit mit bi- und multilateralen Gebern. Weltbank- und IDA- Kredite sowie Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen der IFC bestimmen durch ihr quantitatives Übergewicht, ihre strategische Positionierung und die daran geknüpften Bedingungen, an deren Erfüllung das Wohlverhalten eines Landes gemessen wird, die entwicklungspolitische Marschrichtung der meisten afrikanischen Länder. In diesem HS wird der entwicklungspolitische Ansatz der Weltbankgruppe einer methodologischen Auseinandersetzung am Beispiel ausgewählter afrikanischer Länder unterzogen. Die Auseinandersetzung geht von der Frage aus, ob die aufgrund dieses Ansatzes formulierten
Armutsminderungsstrategien im Sinne der Beachtung kausaler Zusammenhänge erstellt werden und daher hinsichtlich ihrer praktischen Auswirkungen das Kriterium der Relevanz erfüllen. Im ersten Teil des Kurses wurden, ausgehend von einer Einführung in das internationale Wirtschaftssystem, die Folgen der Globalisierung für Industrie- und Entwicklungsländer sowie die Mechanismen der Reproduktion von Unterentwicklung in Ländern der Dritten Welt am Beispiel afrikanischer Länder untersucht. Die Analyse der Konzepte und Strategien der Weltbankgruppe
hinsichtlich der Lösung von Entwicklungsproblemen dieser Länder umfasste einmal die Auseinandersetzung mit der Sektorpolitik der Institutionen der Weltbankgruppe in den Bereichen: Armutsbekämpfung, Umwelt, Wald, Wasser, Sanierung, Energie, Infrastruktur, Gesundheit, Erziehung sowie Governance, Demobilisierung und Reintegration (DDRR) und zum Anderen die Untersuchung von Fallbeispielen für Länder, denen die Kooperation mit der Weltbankgruppe mehr oder weniger im Hinblick auf die Überwindung ihrer Entwicklungshemmnisse zum Nutzen gereichte. Methodologische Fragen wurden hauptsächlich eingangs mit den Teilnehmern geklärt, jedoch auch bei Bedarf während des Kursverlaufes behandelt. Im zweiten Teil des Kurses werden die Teilnehmer bei der Erstellung ihrer Hausarbeiten anhand a) der Behandlung ausgewählter Fallstudien mit Beispiel-Charakter und b) sich stellender methodischer Probleme unterstützt. Es ist geplant, die im Rahmen des Kurses entstandenen Arbeiten, ausgehend von der anfangs definierten Erkenntnis leitenden Frage über die praktischen Auswirkungen der Armutsminderungsstrategien der Weltbankgruppe auf afrikanische Länder, für eine Publikation aufzubereiten.


BS - Die Wirksamkeitsdebatte als Legitimationsproblem von Entwicklungsprojekten in Afrika

Dozentin: Dr. Regina Franken- Wendelstorf

(2 SWS)  Di 10.00-12.00 22/UG2

Die Veranstaltung im Vorlesungsverzeichnis finden.

Über die Krise der Entwicklungspolitik wird bereits seit dem Pearson Bericht 1969 gesprochen. Doch intensivierte sich diese Diskussion mit dem Ende des Ost-West Konfliktes, und so gewinnt der Begriff Aid Affectivness seit der "Paris-Erklärung über die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit" 2005 zunehmend an Bedeutung. Die Frage nach den Wirkungen von EZ Projekten steht oftmals im Vordergrund der Diskussion, und so wird Wirkungsmonitoring als ein zentraler Bestandteil von Qualitätsmanagement gesehen, wobei es in erster Linie als internes Steuerungselement dient, und bei der Selbst-Evaluierung hilft. Wirkungsbeobachtung steht also erst am Anfang der internationalen Diskussion, die vor allem auch durch die Einbeziehung von PPP Projekten in der EZ an Bandbreite zunimmt. So soll Wirkungsmonitoring über die reine Marktkonformität eines Projektes hinaus die Leistungen für die Gesellschaft herausstellen und so zur besseren Legitimation beitragen. Im Rahmen des Seminars soll auf die vielschichtigen und vielfältigen Probleme eingegangen werden, die sich bei der praktischen
Umsetzung von Wirkungsmonitoring von allem auf der Meso- und Makroebnen ergeben. Anhand von Leitfragen soll die Schwierigkeit von Anspruch und reellen Möglichkeiten aufgezeigt werden. Hierzu werden verschiedene EZ-Projekte und Trägerorganisationen dargestellt und analysiert.





Letzte Aktualisierung 26.02.2010 von rfsp

Afrika in der "Edition OSI-Club"



der zweite Band


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