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Sommersemester 2007

Das Afrikabild Europas: Wahrnehmung eines Kontinents im Wandel der Zeit

Dozent: Yonas Endrias

Das Afrikabild, wie es heute in den Medien gezeigt wird, vermittelt ein verzerrtes, aber oft auch falsches Bild des Kontinents und seiner Bewohner. Im Seminar werden verschiedene Perzeptionen aus unterschiedlichen Zeiten verglichen. Wie wurde Afrika in der Antike beschrieben? Wie sah man Afrika im Zeitalter der Aufklärung? Wie hat Kolonialismus das Afrikabild von heute geprägt? Es werden die unterschiedlichen Wahrnehmungen aus kulturellen, historischen, politischen und ökonomischen Perspektiven beleuchtet.


Integration in das Welthandelssystem: Perspektiven für den Wandel Afrikas?

Dozent: Dr. jur. Frank Altemöller

Die Teilhabe am Welthandel bildet eine wesentliche Voraussetzung des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts der Entwicklungsländer. Das Seminar behandelt grundlegende und aktuelle Fragen der wirtschaftspolitischen Integration afrikanischer Staaten: Im Vordergrund steht, welche Instrumente die Rechtsordnung der WTO bereithält, um die Integration zu fördern. Der Ablauf des Seminars erfolgt in drei Schritten:
1. Zunächst werden die Grundzüge der Welthandelsordnung und die besonderen Regeln für Entwicklungsländer vorgestellt.
2. Anschließend befassen wir uns mit der konkreten Situation ausgewählter afrikanischer Staaten, ihren besonderen Potentialen, Problemen und den daraus resultierenden Forderungen an das Welthandelssystem. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf liegen, dass die wirtschaftspolitische Integration ein beträchtliches Konfliktpotential zwischen Entwick-lungsländern, Schwellenländern und den Industriestaaten hervorbringt. Wir diskutieren entsprechende Streitigkeiten, die in institutionalisierten Verfahren vor der WTO ausgetragen werden. Ihnen kommt erheblicher Einfluss für die Weiterentwicklung des WTO-Rechts und die Entwicklungsländer zu.
3. Sodann bekommen die Teilnehmer in der Form von Rollenspielen die Gelegenheit, die Situation in internationalen Verhandlungen zu simulieren: Auf der Basis der unterschiedlichen Interessenlagen sollen kontroverse Verhandlungspositionen formuliert, ausgetauscht und Lösungsansätze entwickelt werden.

Insgesamt soll das Seminar verdeutlichen, welchen Spielraum die makro-ökonomischen Liberalisierungskonzepte der WTO afrikanischen Staaten belassen, um auf einzelstaatlicher und regionaler Ebene politische Ziele zu verwirklichen. Schließlich diskutieren wir, inwieweit sich nach dem Scheitern der Doha-Verhandlungen die Entwicklung von dem multilateralen Handelssystem hin zu einer verstärkten Regionalintegration verlagern kann.


International Security: African Perspectives

Dozent: Abdallah Salisu


Afrika im Wandel – Rolle und Einfluss der Menschenrechte in Afrika heute

Dozentin: Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin


Die internationalen Beziehungen Afrikas südlich der Sahara

Dozent: Denis Tull

Afrika südlich der Sahara – ebenso wie die Mehrheit der sog. Entwicklungsländer – ist selten ein Referenzpunkt der Theorien Internationaler Beziehungen. Ursache dessen ist die dominierende Sichtweise, nach der Afrika weithin eine politisch und wirtschaftlich marginalisierte Region darstellt, die im internationalen System kaum von Bedeutung ist. Afrika wird vor allem als Empfänger internationaler Entwicklungshilfe und/oder als passiver Spielball und Subjekt externer Akteure betrachtet. Ziel des Seminars ist es, diese Annahmen theoretisch und empirisch zu überprüfen.
In den einleitenden Sitzungen werden die theoretischen Grundlagen zur Analyse von Afrikas Außenbeziehungen erarbeitet. Im Mittelpunkt wird dabei zunächst die Frage stehen, ob die Theorien Internationaler Beziehungen adäquat sind, um Afrikas Beziehungen zu seiner Außenwelt erfassen zu können oder ob die Region einen „Sonderfall“ darstellt, der die generelle Anwendbarkeit der geläufigen theoretischen Erklärungsansätze der Internationalen Beziehungen in Frage stellt. Aufbauend auf diesem „Rüstzeug“ wird der inhaltliche Schwerpunkt des Seminars auf Fallstudien liegen, die sowohl die internationalen Beziehungen Afrikas zu den wichtigsten externen Akteuren als auch die wichtigsten Politikfelder Afrikas zum Gegenstand haben werden. Die Fallstudien werden dazu dienen, die Vielschichtigkeit und Komplexität der internationalen Beziehungen Afrikas zu verdeutlichen und Wandel und Kontinuität von Afrikas politischen und wirtschaftlichen Außenbeziehungen zu beleuchten.
Hinweis: Mit Blick auf die Pflichtlektüre werden sehr gute Englischkenntnisse vorausgesetzt!


Umweltpolitik in Entwicklungsländern am

Dozentinnen: Dr. Nana Künkel, Kerstin Ehrhardt

Umweltprobleme wie der Verlust an Wäldern und Böden, städtische Umweltverschmutzung oder die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen Kenia und viele Entwicklungsländer in Ihrer ökonomischen Entwicklung und sozio-politischen Stabilität. Umweltpolitik auf unterschiedlichen Ebenen – international, regional, national und lokal – addressiert diese Probleme. Wie spielen diese Ebenen zusammen? Was sind treibende Kräfte der Umweltpolitik? Welche Konzepte der Umweltpolitik sind praktikabel? Welche Institutionen und Akteure sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Umweltpolitik? Das Seminar untersucht diese Fragen anhand ausgewählter Politikbereiche und im spezifischen kenianischen und weiteren afrikanischen Kontext.
Das Fachwissen externer Experten wird in das Seminar eingebunden. Das Seminar soll auf Deutsch und Englisch studierbar sein.Studentische Initiativen bzgl. Austauschaktivitäten und Auslandsaufenthalte sind willkommen und es können Kontakte vermittelt werden.


Die Apartheid in Südafrika als Thema der Organisation der Vereinten Nationen (UNO), 1945-1994

Dozenten: PD Ulrich van der Heyden, Mathias Stein

Die Apartheid in Südafrika berührte in vielfältiger Weise die UNO. So stand die südafrikanische Politik der Rassentrennung nicht nur im direkten Widerspruch zur UN-Deklaration der Menschenrechte von 1948, die UN-Vollversammlung erklärte erstmalig 1962 Apartheid als eine Gefahr für den Weltfrieden. Darüber hinaus konterkarierte die Entwicklung im südlichen Afrika insgesamt die weltweiten anti-kolonialen Befreiungsbewegungen seit 1945. Abgesehen davon, berührte die Thematik grundlegende Problembereiche der Vereinten Nationen. So zum Beispiel die Frage nach den Einflussmöglichkeiten der UNO auf die Politik einzelner Mitgliedsstaaten sowie nach den Konfliktlösungen und Handlungsmechanismen der UNO.
Im Rahmen des angebotenen Seminars soll die Problematik Apartheid innerhalb der Vereinten Nationen historisch nachgezeichnet werden. Darin eingebettet werden einzelne Schwerpunkte herausgearbeitet. So auf Seiten der UNO die direkten Reaktionen und Maßnahmen (insbesondere UN-Resolutionen, Boykottfrage, UN-Komitee gegen Apartheid) anhand derer sich die Wirkungsmöglichkeiten, Reaktionen und Organisationsmechanismen der Weltorganisation darstellen lassen. Thematisch schließt sich daran die Betrachtung der Behandlung der Menschenrechtsfrage, der Frage nach den Befreiungsbewegungen in Afrika sowie der Dekolonisierung innerhalb der UNO an. Hinsichtlich der Apartheid in Südafrika soll Überblicksweise auf die historische Entwicklung von 1945 bis 1994 eingegangen werden sowie nach Möglichkeit auf das Seminarthema berührende Bereiche. Dies sind zum Beispiel die Frontstaatenproblematik im südlichen Afrika, die Entwicklung in Namibia – insbesondere hinsichtlich der aktiven Rolle der UNO – und die Haltung von Drittstaaten – u.a. der USA oder der beiden deutschen Staaten – zur Rassentrennung.


Terroristische Organisation, Befreiungsbewegung, demokratische Regierungspartei – Der ANC von seiner Gründung bis zur Gegenwart

DozentIn: PD Ulrich van der Heyden, Anja Schade


Wieviel „Rasse“ steckt in ‚Afrika’? Afrika-Bilder im Spiegel alter terminologischer Chiffren: Paul Gilroys Against Race im Kontext einer zeitgenössischen Medienöffentlichkeit

Dozentin: Dr. Peggy Piesche

Afrika ist im Kommen’ – so eine oft zu vernehmende Floskel, die sich durch ein breites Medienspektrum zieht (entwicklungs-, kultur- und sportpolitisch). Auffallend dabei ist vor allem, dass sich in der medialen Repräsentanz dieses Kontinents zwei Tendenzen zu widersprechen scheinen: eine neue Renaissance journalistischer Reiseberichte (mit deutlichen Namibiabezug), die sich selbst in einen postkolonialen Kontext setzen gegen eine unverkrampfte Restauration alter Stereotypen und Bilder (TV-Shows). Die Frage ist jedoch, ob sie wirklich von unterschiedlichen Ausgangspunkten, Annahmen und Definitionen ausgehen.
Mit der vergleichenden Lektüre von Paul Gilroys Against Race, der Konzepte wie Diaspora, race (traitor), critical whiteness und Hybridität noch einmal in einem neuen Licht betrachtet, und ausgewählten Referenztexten* aus der Literaturliste sollen in diesem Seminar Kriterien für eine entsprechende Überprüfungspraxis erarbeitet werden. Das ‚Gegenlesen’ der Originaltexte, die bis jetzt (noch) nicht in den Vermittlungsdynamiken transatlantischer Theorieabsorbierung aufgehen, bietet die optimale Möglichkeit, den deutschen medialen Diskurs (Journalistik/ Werbung/ Sport etc.) auf die hier zugrunde liegende Kategorie race als deutschsprachige Kategorie Rasse zu verorten. Dabei liegen die Schwerpunkte der Lektüre auf der Anwendbarkeit Gilroys Analysekriterien auf eine zeitgenössische deutsche Medienöffentlichkeit und deren Repräsentationsstrategien, welche abschließend noch an einzelnen Fallbeispielen diskutiert werden sollen.


Der Themenschwerpunkt Afrika ist eine Initiative des OSI-Club e.V.

Letzte Aktualisierung 09.07.2008 von rfsp

Afrika in der "Edition OSI-Club"



der zweite Band


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