Dozentin: Dr. Peggy Piesche
Afrika ist im Kommen’ – so eine oft zu vernehmende Floskel, die sich durch ein breites Medienspektrum zieht (entwicklungs-, kultur- und sportpolitisch). Auffallend dabei ist vor allem, dass sich in der medialen Repräsentanz dieses Kontinents zwei Tendenzen zu widersprechen scheinen: eine neue Renaissance journalistischer Reiseberichte (mit deutlichen Namibiabezug), die sich selbst in einen postkolonialen Kontext setzen gegen eine unverkrampfte Restauration alter Stereotypen und Bilder (TV-Shows). Die Frage ist jedoch, ob sie wirklich von unterschiedlichen Ausgangspunkten, Annahmen und Definitionen ausgehen.
Mit der vergleichenden Lektüre von Paul Gilroys Against Race, der Konzepte wie Diaspora, race (traitor), critical whiteness und Hybridität noch einmal in einem neuen Licht betrachtet, und ausgewählten Referenztexten* aus der Literaturliste sollen in diesem Seminar Kriterien für eine entsprechende Überprüfungspraxis erarbeitet werden. Das ‚Gegenlesen’ der Originaltexte, die bis jetzt (noch) nicht in den Vermittlungsdynamiken transatlantischer Theorieabsorbierung aufgehen, bietet die optimale Möglichkeit, den deutschen medialen Diskurs (Journalistik/ Werbung/ Sport etc.) auf die hier zugrunde liegende Kategorie race als deutschsprachige Kategorie Rasse zu verorten. Dabei liegen die Schwerpunkte der Lektüre auf der Anwendbarkeit Gilroys Analysekriterien auf eine zeitgenössische deutsche Medienöffentlichkeit und deren Repräsentationsstrategien, welche abschließend noch an einzelnen Fallbeispielen diskutiert werden sollen.