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Sommersemester 2006

Sprachpolitik und Nationbuilding in Afrika

Dozent: Kofi Sascha Yakpo

Das Ziel dieses Proseminars ist es, Sprachpolitik in Afrika an der Schnittstelle grundlegender Fragen des Nationbuildung - dem Prozess der Konsolidierung postkolonialer Staatswesen - zu analysieren. In den Vielvölkerstaaten Afrikas besitzt Sprachpolitik heute mehr als in anderen Weltregionen höchste politische Brisanz. Diese ergibt sich vor allem aus der hierarchischen Dichotomie zwischen europäischer Amtssprache und afrikanischen Vehikulärsprachen. Im afrikanischen Kontext ist Sprachpolitik eng verquickt mit der Frage der Konstruktion von nationaler Identität und besitzt darüber hinaus ganz pragmatische Bedeutung für politische und ökonomische Aspekte des Nationbuilding. Aus diesem Zusammenhang ergeben sich einige der Fragen, die im Verlauf dieses Proseminars aufgegriffen werden: Was ist Sprachpolitik, welche Formen von Sprachpolitik gibt es und in welchem Verhältnis steht Sprachpolitik in Afrika zu anderen Politikbereichen? Welche Bedeutung hat Sprachpolitik für den Aufbau eines partizipatorischen politischen Systems. Welche Rolle spielt Sprachpolitik beim Ausbau des Bildungssystems? Welche Konflikte ergeben sich aus der Konstellation von afrikanischen Mehrheits- und Minderheitensprachen, europäischer Kolonialsprache und autochthonen Sprachen? Im Verlauf dieses Proseminars wird der mehrdimensionale Charakter von Sprachpolitik mit seinen politischen, ökonomischen, juristischen, sozio-kulturellen und historischen Aspekten zum Vorschein kommen.
Das Proseminar wird als Blockveranstaltung im Wahlpflichtmodul Afrika angeboten.
Es wird mit Text, Film und Ton gearbeitet und in der Auswahl der Medien afrikanischen Stimmen Vorrang gegeben, um den Lehrgegenstand aus einer autochtonen Perspektive zu veranschaulichen.


Rassismus und Weißsein. Europäische Geistes- und Literaturgeschichte und deren Ursprung

Dozentin: Peggy Piesche

Der US-amerikanische Historiker Charles Maier unterbreitete unlängst den Vorschlag, Kolonialismus als supranationales Masternarrativ zu entwickeln, um historische Prozesse und aktuelle gesellschaftliche Dynamiken aus postkolonialer Perspektive zu resituieren. Diesbezüglich scheint etwa auch der postkoloniale Paradigmenwechsel bedeutsam, der sich mit der Kritischen Weißseinsforschung verbindet. Das Seminar widmet sich einer so zu verortenden Einordnung von Weißsein als Konstruktion, Mythos und kritischer Wissenskategorie. In einem ersten Schritt wird der Begriff der "Rasse" historisch verortet und als Konstrukt und Mythos identifiziert. Vom Konzept des "racial turn" ausgehend wird sodann die Kritische Weißseinsforschung methodisch eingeordnet und Weißsein als kritische Wissenskategorie fruchtbar resituiert. Darauf aufbauend wollen wir Weißsein als Konstituente der europäischen Geistes- und Literaturgeschichte und deren Ursprungsmythen identifizieren und dekonstruieren. Ausgehend von Weißsein als kulturwissenschaftlicher Analysekategorie wollen wir Konzeptionen und Markierungsmuster von Weißsein diskutieren und die Präsentation von Weißsein in seinen Kontinuitäten, Transformationen und Friktionen beschreiben. Zudem ist dem Postulat einer rassialisierten map of misreading (Bloom) sowie der Hypothese nachzugehen, das Leseerwartungen von einer Kongruenz in der rassialisierten und geschlechtergeprägten Position von Autor und Figuren (Protagonist/Erzählperspektive) ausgehen.

Ausgewählte Seminarlektüre:
Morrison, Toni. Playing in the Dark. Whiteness and the Literary Imagination. Cambridge, Mass.: Harvard University Press, 1992
Morrison, Toni. "Recitatif." in: African American Literature. A Brief Introduction and Anthology. Hrsg. von Al Young. Berkeley: University of California Press, 1996: 209-224.
Kant, Immanuel: Bestimmung des Begriffs einer Menschenrasse, (Darmstadt 1970, Bd. 9), 65-82.
Wolfram von Eschenbach. Parzival. Berlin 1998
William Shakespeare. The Tempest. Berlin 1998


Deutschland in Afrika: Die historische und aktuelle Situation

Dozenten: Priv. Doz. Dr. Ulrich van der Heyden, Dr. Hans Ulrich Seidt

Gerade die Konfliktlösung in Afrika in der heutigen Zeit verlangt Kenntnisse über die Herausbildung und Entstehung bestimmter Verhaltensmuster, Konstellationen, Traditionen und Institutionen. Diese sind oftmals in der Geschichte der direkten Kolonialherrschaft begründet, jedoch auch aus dem Zeitabschnitt zuvor. Da es bereits über Jahrhunderte vielfältiges Interesse von Deutschen an dem afrikanischen Kontinent gab, soll in diesem Seminar die Geschichte dieses ambivalenten Beziehungsgeflechtes in all ihren Spielarten und Auswirkungen exemplarisch behandelt werden. Auf Grund des Überblickscharakters der Lehrveranstaltung wird besonderen Wert auf das Kennerlernen und Erschließen der relevanten Forschungsliteratur gelegt.


NEPAD - Entstehung, Entwicklung, aktueller Stand

Dozentin: Hon. Prof. Dr. Herta Däubler Gmelin

Letzte Aktualisierung 15.07.2008 von rfsp

Afrika in der "Edition OSI-Club"



der zweite Band


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